Ausgabe 
20.11.1770
 
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und Nachricheett. m

von ftlbsten in der Röhre in die Höhe steigen. Die Luft wäre bon der Wärme ausgedehnet worden, und ihr Druck wurde starker lals die an- dem welche sie umgäbe. Sie wurde also überwunden, und mußte der sich aus der gläsernen Röhre bewegenden Luft weichen. So, vakd aber diese Röhre vom Feuer weggenommen wurde, so verlohre die in derfelbigen be­findliche Lust ihre Warme, und mit ihr einen Grad der Elasticität. Sie konnte nun nicht mehr der auserlichen wiederstehen , und diese bewegt sich in die Röhre. Da sie aber das Wasser verhindert, so druckt sie durch ihre Bewegung dasselbe mit sich herauf. Die Natur der Körper ist in ihren kleinen Theilen eben dieselbe welche sie in ihren grosen ist. Wie es sich bey einer geringer Masse von Luft verhält, so verhält es sich auch bey einer grosen. Will man eine Erfahrung im grosen betrachten, so erinne­re man sich, daß bey Feuersbrünsten sich allezeit ein Wind einfinde. Die Elasticität der Luft wird vermehrt, und sie druckt stärker gegen die welche weniger elastisch ist, und verursacht solchergestalt eine Bewegung. Diese ist allezeit um so viel stärker, um wie viel diese Federkraft ist vermehret worden. Je mehr z E Vie Luft in einer Windbüchse ist zusammerige- preßt worden, um so viel starker wird die Kugel getrieben. Daher haben bre ersten Schüße mehr Stärke und nehmen darinnen allezeit mit ihrer Ans zahl ab, so wie die Elasticität der eingepreßtcn Lust sich vermindert.

Nun ist leicht zu ersehen daß aus diesen Ursachen oft eine Bewegung der Lust, das ist ein Wind entstehen könne, welcher nach Beschaff, nheit der Ursache bald stark bald schwach, bald ausgebreitet ist über ganze Gegen­den , bald aber nur in geringem Bezirk verspüret wird. In heißen Som- mcktäge» rühret sich bey heiterem Wetter manchmal kein Blatt an einem Baum. Eine etwas dichte Wolke verursachet ctwan auf eine Minute ei­nen Schatten, alsbald bestreicht eine sanfte Lust die Gipfel der Bäume. Hier haben wir ein Epempel welches einen Thcil des obigen erläutert. Die Luft nämlich, als ein wenig dichter Körper, verlieret ihre Wärme seht schnell. Mit ihrem Verlust ist auch der Verlast eines Grades ihrer AuS» dehnung verbunden. Sie wird also schwächer als die sie umgebende, wel­che noch wie vorhin von der Sonnen erwärmet wird. Es entstehet also eine Bewegung, die aber nicht lange dauert, weil der verlohrne Grad der Elasticität so bald wieder ersetzet wird, als der Schatten weichet. Man vergesse aber nicht, daß eben dieses auch aus andern Ursachen geschehen können. Dann eine und eben dieselbe Begebenheit in der Natur hat nicht

Vbbr allezeit