39* Gressische wöchentliche gemeinnützige Anzeigen
ren Hölen der Erde, und wer weis wo noch mehr, suchte. Weis mandaS, daß der Wind eine Bewegung der Lust ist, so hat man schon emen sichern Weg worauf man dessen Ursachen kann aufsuchen. Dieses kann man leicht wissen. WaS thut man wenn man ein Tuch schwinget, mit einem Facher wchet oder mit einem Blasebalg blaset? Nichts anders als daß man die Lust beweget, und was daraus entstehet nennen wir Wind. Eben daS empfindet der welcher auch bey stiller Lust entweder hurtig lauft oder fahret. Es ist aber einerley ob wrr uns lgegen die Lust oder sie sich gegen uns bewi-g t In beyden Hallen ist eben das vorhanden was man Wmd nennet. Bleibt d.ese Erklärung festgesetzt, so haben wir keiner ttefsinmgen Betrachtungen nöchig, um die allgemeine Ursachen zu erforschen. Man darf nur fragen, was ist eine Bewegung, oder woher entstehet sie? Eine jede Bewegung entstehet aus der Ungleichheit der Kräfte welche gegen einander drucken. Die Luft ist in einem beständigen Druck gegen sich sechsten. Wud auf einer Seiten das Gleichgewicht gehoben oder die wiederstehende Kraft geringer, so erfolgt die Bewegung nach der Gegend der überwundenen Kraft. Ls bleibt nun nichts anders übrig, als zu untersuchen, auf wievielerley Men das Gleichgewicht der Lust gehoben werden kann. Dieses wollen wir nach allgemeinen Gesetzen erörtern. Die Elüsticirätund das Gewicht sind zwo Eigenschaften welche uns von der Luft am meisten bekannt sind, und sie sind schon hinreichend genug die Ursache des Windes zu erklären.
Die Elasircreät oder Federkraft der Lust welche in einem beständige« Druck ist, ist Die Bemühung sich auszudehnen. So lange drese Bemühung aller Orten gleich Hst, so lange bleibt sie im Gleichgewicht, wann sie aber an einem Ort vermehret oder vermindert wird , so erfolget eine Bewegung, welche ihrer Vermehrung oder Verminderung ge- mäs rst.
Wärme und sind demnach Ursachen des Windes. Dir Warme dehnet die Luft aus Diese Erfahrung stellet sich unfern Augen fo oft dar, oaß sie keinem Zweifel unterworfen ist. Man nehme eine gläserne Röhre, so wie sie zu Thermometern gebraucht wird, und halte solche übers Feuer, so wird die Luft sich verdünnen, so nämlich auSgedch- iKt werden, daß nur wenig darinnen zurücke bleibet. Man halte nachdem die Öefnung m Wasser oder andere flüßige Materie, so wird dieselbe nun von


