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Lehenguth, und aus diesem Grund sind vermuthlich auch die Krügen mit diesem neuen Salzwerk, gegen den gewöhnlichermaaßen jährlkch zu entrichtenden Zehenden, belehnt worden.
Daß die daselbsten befindliche Salzquellen schon vor älteren Zeiten müssen bekannt gewesen seyn, zeiget die Benennung des dasigen Guths Salzhaußeri. Und die Benennung des Dorfs Rshderr (welche von nichts anders als von Salzkohden-Köhdcr welches bekanntlich bey dergleichen Werker eine gewöhnliche Benennung ist, chren Ursprung haben mag) lägt uns muthmaßen daß schon ehedem dieses Walzwerk im Gang gewesen seye. Doch findet sich hiervon keine weitere Nachricht, als was Winkel- mann bereits in seiner Hessischen Chronick (Seite 72.) angeführet.
Die Krügen haben dieses Salzwerk bis vor ohngefehr 40. Jahr besetzen t da es dann von dem Hochfurjilichen Haus Darmstadt erkauft, nnd gleich darauf der Anfang selbiges zu erweitern gemacht wurde.
Gegenwärtig bestehet dieses Werk aus 4 Brunnen, 4. Gradier Häusern von unterschiedener Größe, (eins davon ist 700. Rheinländische Schu lang) und 4 Pfannen.
Drey von diesen Brunnen liefern zwey und ein halb löthiges Wasser, der vierte aber , so das meiste Wasser hat, ist von geringerem Gehalt. Es sind keine merkliche Quellen woraus diese Salzbrunnen bestehen, sondern allem Vermuthen nach, nur schwache Adern davon. Das Salz- wasser in diesen Brunnen kommt von unken in die Höhe zu gestiegen, keines aber aus denen Seitenwänden far Brunnen. Es ist daher gar wohl au glauben, daß die wirklichen Salzquellen viel tiefer liegen müssen. Die Quellen führen etwas Sand mit sich, welchen sie wahrscheinlicher weise, aus dem gegen Abend zu gelegenen Berg, welcher dergleichen Sand enthält, mit sich bringen, mithin auch von daher die Hauptquellen zu suchen seyn mögten. ♦ Der Grund und Boden, worauf die Sode stehet, ist sumpfig und voll wilden Wassers. Dieses ist von denen Salzadern nicht genug abgeleitet, und ist folglich eme Ursache mit, warum daS Salzwaffer so geringhaltig aus denen Brunnen kommt. Die Brunnen werden
* Weil das dasige schwarze Basalt - Gebürge den Sand, und dieser das Marmor f oder mitlere Kalkgebürge welchem die Salzquellen« eigen sind, zum Unterlaqer hat > so läßt sich begreife»,, woher der Sand und die Salzsode kommen


