Lr Giestlscbe wöchentliche gemenmützige Anzeigen
ten- Andere aber/ die vermöge der Beschaffenheit ihres GewerbS, so viel absetzen können als sielwollen, sollte man in ungemeffener Zahl lassen. Die sind es aber, welche die allerunbequemsten sind. Erstere sind darum häufiger, und bedürfte einer Einschränkung, z. E. Eine Stadt wird nebst der umliegenden Gegend darum nicht mehr Fleisch brauchen wenn mehrere Metzger sind. Je größer also ihre Anzahl wird , um desto noch- wendiger hindert einer die Nahrung des andern. Einschränkungen dieser Art würden die Vermischungen der Gewerbe von selbst verbieten. Was die Armen betrist, so ist dieses eine betrübte Lage, worum sich unsere Stadt befindet. Sie bestehet ohngefähr aus 4000. Seelen. 200. genießen öffentlich Aümosen. Da sind diese noch nicht mit gerechnet, welche vor Mangel verderben. Das heißt die 2vste Person ist arm. Hier sollteman billig fragen, wie zu helfen wäre. Hätte man ein Arbeitshaus, worinn gesunde Arme, ohnbeschadet ihrerEhre, ihr Brodtund Pflege verdienen tönten so wäre diesem abzuhelfen. Es ist aber noch nicht da. Was für Mittel sind übrig? Sie sollen arbeiten, das ist geschwind gesagt. Woher aber die Arbeit? Man muß hier nicht unbarmherzig sevn, und verlangen daß sie eine Arbeit wehlen sollen, die sie nicht ernährt, und wobey sie sich weder Holz, Licht, Brodt und Wohnung anschaffen können. Kurz man verschaffe ihnen Arbeit, wodurch sie hinlänglich ihren Unterhalt verdienen können. Woher dieses? Man lerne von andern. Es giebt Staaten wo man die Leute raubt, und hier klagt man über ihre Menge. Man muß ihnen eine Arbeit geben, welche sie ernähren kann und dem gemeinen Wesen vortheiihaft ist. Man wende nur einen kleinen Theil von öffentlichen Einkünften dazu an , daß man ihnen Wolle oder Baumwolle zum Spinnen verschaffe. Die Faulen strafe man. Hat man einen Vorrath, so lasse man diesen verarbeiten. Werden sie ihren Vortheil sehen; werden dadurch Weber aufgemuntert werden; so werden Fabriquen entstehen, und man weis nicht wie. ES dörfte dazu, die Probe zu machen, nicht viel mehr als ioo. Rthlr. Auslage; und eine ernsthafte Aussicht gehören. Das könnte doch wohl eine öffentliche Casse anwenden, um einen heilsamen Versuch zu machen, welcher, wenn er auch gleich keinen erwünschten Erfolg hätte, doch auS einer patriotischen Absicht stammele. Es hindert nichts, daß dieses noch nicht geschehen ist. ES muß ja nicht alles nach den Zeiten unsrer Väter gehen. Die Zeiten richten sich nicht nach uns, sie wollen daß wir uns nach ihnen richten.
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