Ausgabe 
20.2.1770
 
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rmd Nachrichem.

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fönttfen, so würden sie doch, so bald ein Verbot kommt, häufiger aus­wärts gesucht werden. Selten bat der gemeine Mann , der doch den größten Theik ausmacht, Begriffe von dem gemeinen Besten. So bald ihm etwas verboten wird, so bald vermuthet er etwas, wovon er glaubt, paß es ihm Eintrag thue. Wir könnten Exempel anführen, daß derglei­chen Verbote , manchem an der Grenze wohnenden Kaufmann reich ge­macht haben. Allerdings kommt es hauptsächlich auf die Waaren an. Einige sind so, daß sie mit Unterschleif können auswärts geholet werden, andere aber nicht. Bey letzteren, welches aber doch die hauptsächlichsten sind, gehet ein solches Verbot an. Dahin gehören Tücher, und alles was zur Kleidung gebraucht wird, und nicht heimlich ins Land gebracht werden kann. Es ist doch aber wohl unlaugbar, daß das Land gesegne­ter seye, welches dergleichen Bannungen nicht braucht, sondern das, stolz auf seine Produkte, keine Käufer herbey zwingen darf, und soviel vertrei­ben kann, als es nur an Waaren verfertiget. Man gäbe auf die besten Handlungspkätze acht, und man wird finden, daß kein Zwang vorhanden ist, sondern die Maare lockt auswärtige Käufer herbey, und die innlän- bischen, welche den unbeträchtlichsten Theil ausmachen, kommen von selbst. Es scheint der Herr Verf. der Fragen hat geglaubt, es seye Hessen in der Lage, daß es keine Produkten auswärts liefere. Gewis, das ist gefehlt. Würde jeder Beamte darthun müssen, was für Produkten fein Amt hät­te, und was dagegen eingebracht würde, man würde sehen , baß Hessen wenig Ländern in Deutschland den Vorzug, an natürlichen Produkten nämlich, liesse. Wenn diese nun durch künstliche verbessert würden, so wür­de ein ungemeiner Wohlstand befördert werden. Was die Frage betrift, ob man den Profeßionsverwandten verbieten könne, Ackerbau zu treiben, so sehen wir nicht was hierinnen Anordnungen hindere. Man hat ja schon sol- chevon ähnlicher Beschaffenheit. Dann was ist das anders, als dieses, wenn eine Profeßion der andern nicht einsallen darf. Nur ist auch hier wohl ein groser Unterschied unter den Profeßionen nöthig. Einige sind so, daß sie so viel vertreiben können, als sie arbeiten. Diese können sicher auf ih­re Nahrung rechnen, wenn sie nur arbeiten wollen: Andere aber sind ganz anders beschaffen. Wenn ein Becker und Metzger noch so fleißig seyn wollte, so würde es ihn nichts helfen, wenn er nicht seineWaare los wird. Das sind auch nur solche Waaren welche in dem Ort selbst abgehen müs­sen. Diese Handwerker sollte man auf eine solche Zahl einschränken, daß jeder gewis Abgang und sein Auskommen hätte. So ist es in vielen Städ- *- H z ten.