Ausgabe 
20.2.1770
 
Einzelbild herunterladen

und Nachrichten. 5,

bestellte Custodes, so wie es in der Schulordnung versehen ist, solche zu erfahren suchen. Überhaupt, es sind die schönsten Schulordnungen vor­handen. Wo diese nicht blos für die Schulschranke und Pfarrreglstracuren sind, wo Geist - und Weltliche sich einander in deren Beobachtung nicht hindern, sondern alle das gemeine Beste vor Augen haben, da wirdes ge- wis um Schulen so gut stehen, als es nur immer stehen kann. Wir re­den hier nicht von diesem und jenem Ort; es mag auch der Herr Ver­fasser in Gedanken gehabt haben, was er will; berühren also ewige Hin­dernisse überhaupt, welche sich in dieser Sache zum öfteren finden. Da- runte>- ist keine der geringsten, wenn man den Lehrern das Leben sauer macht. Mancher Schultheis halt es für eine sehr wichtige Pflicht für das Inter­esse der Untertanen, zum wenigsten giebt er es vor, wenn er die gerin­gen Vortheile Der Landschulmeister, als Personalfreyheit u. d. gl. beschnei­den kann, eben als wenn die Erziehung der Untertanen nicht mit zum Interesse des gemeinen Wesens gehörte. Man nehme diese weg, wie wird es um die Haushaltung , Aufführung und Treue der Untertanen auS- sehen? Wer Kirchen und Schulen ansiehet, als wenn sie nur des herge­brachten Gebrauchs und des guten Anstands wegen da waren, der irret sehr. Eine Haupthindernis des Wohlstands des Schulwesens sind Die vielen und unnötigen Filialfchulen. Wenn eine Gemeinde zehn Manu stark ist, so arbeitet sie solange, bis sie ihren eigenen Schulmeister hat, wenn sie auch gleich nur eine halbe viertel Stunde von der Hauptschuld entlegen ist. Dem neuen Schulmeister werden zehn bis fünfzehn Gulden ausgeworsen; und dafür soll er nun seine Haudthierung stehen lassen, uns sich für Die Erziehung Der Jugend verwenden. Wer kann wohl glauben, daß dieses würklich geschehe, noch auch geschehen könne? Die Haupt­schule wird zerrissen, und so nutzt keine etwas; und kein Schulmeister kann leben. Daher rühret es daß sie so sehr achtsam seyn müssen, auf die Kopfsteuer welche ein jeder Christ zahlen muß, wenn er in Die Welt kommt und wenn er wieder abgeht. Doch es ist nichts so schlimm, es ist für et­was gut. Wann auch Der traurigste Sterbfall entsteht, so ist doch m jedem Dorf zum wenigsten ein Mann Der sich freuet. Man sollte, wo es möglich wäre, die Schulen zusammenthun, und alsdenn könnten hinläng­liche Besoldungen stakt finden; man könnte mehr auf ihre innere Güte se­hen ; und es würden viele Beschwerungen verschwinden. Was Den Kir­chengesang bekrift, so erfodert wohl seine Beschaffenheit, daß er nur voll einem regieret wird. Daher ist er auch meisten- in Den Städten, wo er

H a von