zc>o Gressische wöchentliche gemeinnötzige Anzeigen klüger und aufmerksamer machen? Warum studiert man die Geschichte, warum ließt man moralische Bücher, warum Romanen, oder Satiren, (welche, wenn sie die gehörige Eigenschaften haben, eben so wenig zu verachten sind als Die Geschichte oder Sittenlehre selbst.) Ist das Lesen dieser Gattung von Schriften nützlich, woran niemand von Vernunft und Geschmack zweifelt, so ist ein Schauspiel gewiß noch nützlicher: denn es leistet nicht nur dieses alles, sondern es hat auch noch den Vorzug vor den Büchern, daß die Sachen vorgestellt werden und die Eindrücke dadurch desto lebendiger und dauerhafter werden, oder man müßte mit jener Betschwester das Lesen aller dieser Bücher verdammen, weil sie keine Gebetbücher sind.
Man darf nur die besten Schauspiele gelesen haben , so wird man eingestehen müßen, daß sie einen reichen Schatz von Moralien, Lebensre- geln und Maximen enthalten. Ist es unnützlich, diese dem Volk bcyzu- bringen? Oder muß solches gerao und allein nur in moralischen Büchern geschehen? Ist es nicht erlaubt sie auf allerley Art einzukleiden , um sie schmackhaft und angenehm zu machen? Darf man nicht eine und eben dieselbe Speise auf verschiedne Art zu richten, Damit man ihrer nicht so bald müde wird? Haben die Lehren welche aus Exempeln, aus der Geschichte, und der Erfahrung gezogen werden, wie es in Den Schauspielen statt findet, nicht mehr Reitz und Eindruck, als wenn sie blos in einem trocknen Lehrbuch erwiesen werden? Wie viele Leute haben einen Abscheu vor moralischen Büchern, nicht ganz mit Unrechts Sind alsdann die wabrcund erdichtete Geschichte nicht ein vortreffliches Mittel, ihnen unvermerkt eine gute Artzney beyzubrmgen, die sie ohne diese Versüßung nicht genommen haben würden? Es ist wahr, daß alle diese Lehren Den Menschen weder tugendhaft noch zu einem Christen machen können: Allein sie machen ihn doch vernünftiger, vorsichtiger und klüger. Und ist dieses vor nichts zu rechnen? Selbst diejenige welche sonst nicht gern lesen , oder nicht Zeit genug dazu Haden, finden in der Vorstellung Der Schauspiele einige Nahrung und Unterricht, wenn, wie bereits erinnert worden, die Stücke richtige Moralien und gegründete Lehren enthalten. Ein Bösewicht kann auch diesen Unterricht misbrauchen: seine List vergrößern, und schlimmer werden. Das ist wahr: allein was misbraucht Der nicht ? Warum hat man ihn Schreiben gelernt ? Gewiß nicht darum, daß er diese nothwen-
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