und Nachrichten. 3*5
Gedenken Sie sich immer unter den Hütten des Landmannes, welche die Dichter so sehr als glücklich rühmen, einen Hausvater der semen Kindern das Brod sparsam austheilet, und von innerem Gram genüget wird, wo er es ans den folgenden Tag hernehmen soll, dessen Bette das Stroh ist, dessen Früchte er zwar eingesammelt, aber bis auf den letzten Kern seiner Schuldnern hingeben mußte, und welcher jetzo nichts mehr fürchtet als daß er auch bald seines Ofens, als des einzigen UeberbleibselS seines Vermögens und Glückes, auS eben der Ursache werde entbehren müssen, so haben sie schon die Grundzüge worauf sie ein der Natur getreues Gemählde weiter ausbilden können. Es rührt von unfern gar zu eilfertigen Blicken her, wann wir das traurige verkennen. Wir betrachten alsdenn den Menschen und sein Schicksal eben so, als wie ich ehedem da ich mehr das fröliche zu denken geneigt war, von memer Wohnung viele Dörfer übersähe, deren Einwohner ich mir alsdenn vey ihren blö- ckenven Heerden eben! so glücklich vorstellte, als wie eS mir eine und die andere Stelle des Horaz oder Virgils eingabe.
Eben solche eilende Blicke werfen wir auf das Schicksal anderer bes (ebter Geschöpfe. Sie wissen, wir unterhielten uns oft in unserer Jugend da wir noch vtn gewissen Grundsätzen der Weltweisheit ganz warm waren, bey den rauhen Winter Tagen, wie die Natur jedes Geschöpf mit Werkzeugen seiner Vertheidigung und Erhaltung versehen habe, wann wir etwan im Spatzierengehen gewahr wurden , wie ein Feldhun seinen Unterhalt auch bey dem stärksten Schnee, durch Wegraumung desselben fände. Wir beobachteten aber den Raubvogel nicht, der auf dasselbe lauschet, und nachdem rS kümmerlich seine Nahrung erscharret, dasselbe mit seinen grausamen Klauen, unempfindlich gegen desselben Girren davon führet. So ist es durchgängig beschaffen. Wahrend daß die Nachtigall, der unerschöpfliche Gegenstand der schönen Geister in Schilderung deS Frühlings, ihr Gebüsch mit Vergnügen belebt , so nahet sich ihr schon der Sperber, und endigt mit seinem Stos ihren Gesang: und indem daß die unschuldige Lerche sich in die Höhe hebt, so spähet die Rabe ihre Jungen aus; und bald wird sie traurig um das mit Blut benetzte Nest herumstattern. . *
-O, Liebster Freund, warum N ich weiter fortfahren das traurige zu erzehlen, welchem alles^wgs nur Leben hat, auf diesem Erdboden unter*
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