Ausgabe 
13.11.1770
 
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Z66 GreMche wöchentliche AemeinnAtzige Anzeigen

worfen ist? Schon dieses erweckt in mir die melancholischten Vorstellungen. Lassen Sie uns treulich unsere Pflichten besorgen, lassen Sie uns allezeit ein Herz besitzen, welches jederzeit an dem Schmerz anderer Theil nimmt, und niemand beleidigen kann, lassen sie das unser Vergnügen seyn zwischen unfern Berufsgeschäften unsere Gedanken zu dem Himmel zu erheben - Werden wir darum hier glücklich seyn? Wer weis wer alsdann , gleich jener Robe auf unser Glück und Vergnügen lauscht, wer weis, wer eben zu der Zeit, da wir in Unschuld ruhig und vergnügt sind, sich darauffreuet, wie er uns herben Schmerz und Traurigkeit bereiten möge. In der gan­zen Natur verzehret ein Thier das andere, eines dienet dem andern zum Raub und jur Unterhaltung. Ware es aber nur so bey Geschöpfen, wel­che keiner Ueberlegung fähig sind, welche die Streiche eines harten Schick­sals nur einmal empfinden, nur in dem Augenblick, da sie ihnen gegen­wärtig sindl ES ist aber auch so bey dem Menschen, der sein Unglück so oft empfindet, als er an dasselbe denket, dem sein Vorzug vor den Thie- ren , bas Vermögen nämlich Ueberlegungen anzustellen nur dazu dienet, daß er einen Schmerz mehr als einmal fühlet; ihn fühlet, wann er solchen voraussicher, ihn fühlet da wann ihm die Wunden geschlagen werden, ihn fühlet so oft er sich desselben erinnert. Bey den Cannibalen ist dieser Trieb noch in seinen ersten und rohen Zügen, dorten ist er noch nicht durch Europäische Weisheit ausgebildet Wo ihn aber Künste, Wissenschaften, und Witz so wie bey der christlichen Welt mehr verfeinert haben, da wird ee auch auf eine andere Art ausgeübek. In dem gesitteten und christlichen Europa ist man nicht so wild sich von dem Fleisch des andern zu ernähren. Nein man bauet seinen Vortheil auf eines andern Schaden, sein Glück auf eines andern Unglück, seine Ehre auf eines andern Verachtung Die Vernunft gibt uns hiezu Waffen genug an die Hand. Sie lehret uns Verleumden, Anschläge machen den andern zu Fall zu bringen- - genug einem nachdenkenden Geschöpf wie der Mensch ist, kann es nremalen an Mitteln fehlen fein Vergnügen und Nutzen auf den Schmerz und Schaden emeö andern zu gründen.

Wie? sollen Wirtmaus den verzweiflungsvollen SchtuS machen, daß kein gütiges höheres Wesen siye, oder dieses die Erde aus seiner Hand geschleudert höbe? Dieses ist eine Klippe woran viele grose und kleine Gei- .fier gescheitert sind. Ich schlich vielmehr hieraus daß ein höheres Wesen «ns g-Ichaffen W nicht unser Glück m Vieser Welt zu machen; daß h».

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