Ausgabe 
13.11.1770
 
Einzelbild herunterladen

g<4 GLeMche wöchettkliche gemeinnützige Anzeigen übergehen sollen. Jede Jahreszeit schiene mir Vergnügen zu hauchen, ob­gleich eine sparsamer und ernsthafter als die andere. Nehmen Sie sich die Mühe solche mit mir zu durchdenken. Wir werden nicht läugnen können, daß die Hand eines höheren Wesens viel Vergnügen über die Natur aus- gestreuet hat; wir werden aber auch gewahr werden, daß sie von einer an­dern Seiten Spuren des Zulches sehen lasset.

Ebe noch der traurige Winter den Ueberrest b>r Farbenmischung, womit Felder und Waldern gleich einem noch munteren Alten prangen, ganz ausgelöschet, und die Natur in eine einförmige Gestalt gebildet hat, sorgte schon der Schöpfer für ganze Heere belebter Geschöpft. Em uns unbegreiflicher Instinkt lehret sie fremde, von ihnen noch nie besuchteLan- der finden^ Dorten ist schon ihre Nahrung besorgt, die ihnen bey unS Schnee nnd Eis verdeckte. Der Rest' des Gefieders und der Thiere, welche bey uns verharren, finden ihre Nahrung in den Geständen welche der Namen des Unkrauts für der Habsucht der Menschen sicher setzet. Es ist rin.Anblick welcher zu angenehmen Betrachtungen führet, wann man siehst, wie die Natur von ihrem Reichthum auch in der Jahrszelt,wo sie unwürksam, und in einem tiefen Schlummer zu liegen scheinet, noch eine Menge Kreaturen versorget.

Der rauhe Nord selbsten lehrt die unter beschneieten Dächer verbor­gene Menschen angenehme Empfindungen, indem sie die Sicherheit jchä- tzen welche sie in ihren Hütten vor denselben fühlen. Die Aufsicht auf die­se Hütten, welche sich nach einer Schneevollen Winternacht durch nichts als durch den sich von ihnen säulenförmig erhebenden Rauch vor dem be­schneieten Gefilde kenntbar machen, läßt die Glückseligkeit des Landman- mS errathen, welcher nun ruhig die Früchte des ermüdenden Sommers geniesst. Hier ist ein Feld zu poetischen Schilderungen , welches schon häufig durchwandert ist. Man darf aber nur ein Dichter seyn , wenn man nur das angenehme, in einem Geüiählde hiervon will herrschen lassen, und kein Geschichtschreiber des Zustandes der Menschen. So lange wir denselben von Ferne schauen, und alsdann eine Schilderung entwerfen, so sänge und länger nicht wird diese können angenehm werden Nimmt man aber in denselben einen näheren Gesichtspunkt, und ist in den Zügen der Natur getreu, so wird sie ganz anders aussallen.

Gedenken