86 Gressische w?chMtliche MmerNttütztze AttZetzm
nige welche Unvermögen halber sich nicht nähren können, sind eigentlich arme zu nennen , keineswegs aber diejenige welche betteln oder Almosen genießen. Hierzu gehöret nur eme Unverschämtheit, und diese ist es, welche täglich zunimmr. Denen Müßiggänger fehlet eS entweder am Willen oder an der Gelegenheit zu arbeiten. Hat man nun die letztere durch gute Anstalten verschaffet, und man suchet nur denjenigen, welchen es am Vermögen zu arbeiten fehlet, wie billig durch Aümosen zu Hülfe zu kommen; so wird sich die Anzahl der Armen gar sehr verringern und die gewöhnliche Almosen werden besser hinreichen sie zu ernähren.
Eins bleibt noch übrig. Es ist nicht genug daß Waaren von aller- ley Gattungen wie sie nut mit Nutzen Abgang finden, im Lande verfertiget werden und damit, wie obgedacht gehalten werde. DaS commerce muß daneben, im Lande befördert werden, damit der Kaufmann , der Handwerksmann, jeder Unterthan selbst, so leicht als möglich, zu denen Waaren, welche hier und da im Lande gemacht werden , wann er deren benöthiget, gelangen könne, auserdem ist dieselbe nicht zu verdenken, daß sie der Nähe nachgehen und auserhalb Landes einkaufen. Sie können auch nicht wohl wissen, daß diese oder jene Waare im Lande verfertiget, oder daß sie an einem Ort besser als am andern gemacht werden. Wenn sie dieses auch wüsten, so ist ihnen dennoch nicht zu zumuthen, daß sie von einem Ort zum andern um die benöthigte Stücke anzuschaffen , herumlau- fen sollen. Aus diesen und andern zu geschweigenden Ursachen ist drittens nökhig, daß an einem gewissen Ort des Jahres zweymahl ein groser Markt oder Lcmdmesse gehalten werde, wohin die Fabricanten und Manufactur- arbeiter ihre Maaren zum Verkauf können bringen lassen, und wo die Kaufleute Cramer Handwerksleute und andere Unterthemen nach Noth- durst auf eine bequeme Art einkaufen können. Zu welcher Zeit derselbe anzulegen und wie lange er dauren müsse, lasset sich leichtlich bestimmen. Auf den Ort selbsten kommet viel an, es wird sich aber aus unterschiedenen Ursachen keiner besser als unsere Stadt dazu schicken. Es werden ohnehin in derselben die ansehnliche Jahrmärkte gehalten, und würde es nur erforderlich sepn einige dazu zu bestimmen, und die andere jedoch die Vieh und Pferdmarkte ausgenommen, eingehen zu lassen.
Von unserer Stadt will ich insbesondere noch einiges welches hier emschläget, anführen. Es ist vielleiche kein Ort in ganz Hessen, welcher einen ansehnlichem Ackerbau und größere Viehzucht hätte, hingegen aber auch


