r-s Gr'esilsthe wöchentliche gemer'nnätzige Anzeigen

Name werde verborgen bleiben, und man mich also keiner Ruhmsucht be- schuldigen könne.

Die Religion ist das kostbarste Kleinod das ich kenne. Ich ehre sie nicht weil mich mein Stand dazu auffodert, sondern weil ich ihre Schön­heit, ihre Hof« ung, ihren Frieden wahrhaftig an meinem Herzen juble. Mein ganzer Trieb gehet allo da hm , ihre Wahrheiten vurchzudenkcn, und sie zum Heil meiner Mitbrüder anzuwenden. Die Begierde meine Nebenmensmen, die unsterblich leben sollen wie ich, mit mir in e nerWelt Hsgluckl zu sehen , belebet mein ganzes Gemüth.

Diese Triebe leiten meine Bemühungen, und mein Studiren. -01/ ne Sie würde letzteres Eitelkeit oder em elendes Handwerk leyn. Durch fit aber habe ich einen sicheren Leitfaden meine Zeit anzuwenden, durch sie werde ich auf die Quellen geführt, wodurch sie selbst auss neue ernähret werden.

Ich bin durch meine Lehrer, welche mir die Religion deutlich und überzeugend beygebracht haben, gewöhnet worden selbst zu denken. '

Ich studire daher die Schrift, nnd das menschliche Herz, und trachte wie ich immer mehr Einsicht und Ueberzeugung dekomme, so ko­stet es mich keine Mühe, und ich brauche keine künstliche Regeln andern das was ich denke vorzutragen. Ich bekümmere mich um den sittlichen Zustand meiner Zuhörer, so predige ich keinen Abwesenden, keinen Leuten aus dem zweiten oder achten Jahrhundert, sondern Menschen die mit mir leben. Das was ich immer gelesen habe, was ich schon weis wieder zu lesen, schlagt mich mehr nieder, als daß es mich aufmuntern könnte. Hät­te ich viele Bücher, so würde ich mich ganz unter die verscharren; ich habe aber deren so wenig als meine Herrn Amtsbrüder, und meine Emkünste reichen nicht zu, mir deren viele anzuschoffen, und ich sorge nur wie ich durch eine und die andere lystemattsche Schrift meine Erkenntnis un­terhalte.

Dabey kann ich vieles entbehren, was andere Studiren nennen, und in der That nur ein Zeitverderb ist. Es bleibet mir demnach viel Zeit übrig; oder daß ich der Warheit gemäßer rede, jede andere Beschäftigung cibt mir Gelegenheit daß ich mein Studiren, welches in der Betrachtung und Erweblung dessen, was nützlich ist, fortsetze, und Stoff dazu be­kommt. Meine Einkünfte habe ich durch einen mäsigen Ackerbau. Ich kann