Ausgabe 
11.9.1770
 
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tion muß das vernünftige adgemeffeu werden, ftyn, daß sie nach dem Vermögen dessen , welc

mmW w... _. n welcher solche tkut, beynahe nichts ilb d. i. ohne merklichen Einflus in das zeitliche Wohl kann ent­behret werden ; hingegen eine Emnahme dadurch kann erlanget werden, welche das äußere Wohl um etwas beträchtliches vermehren kann. Man wird einen Mann Der, ohne einige Pflichten zu verletzen, zehn Gulden ent­behren kann, keiner Thorheit beschuldigen können, wann er damit sich di- Müglichkeit verschaffet zehn oder mehr tausend zu gewinnen; im Gegentheu wer sein ganzes Vermögen eingeieget, oder doch so viel , daß er sich da­durch in seiner Unterhaltung Unbequemlichkeit zugezogen, oder andere Pflich­ten verletzt hatte, der hat eine thörigte Handlung begangen, wann er auch gleich die größte Summe gewonnen hatte: Dann eine Handlung muß nicht nach dem Erfolg, sondern nach der Lage die ihre Folgen vorher auf uns haben konnten beurrheilet werden. Wollte man behaupten die Hand­lung höre durch den Erfolg aufthörigt zu ftyn, so wurde das eben soviel heißen, als wann man sagen wollte; der Mann ist klug, dann er hat m einer Lotterie sehr viel gewonnen. Der Ausgang einer Handlung hat m ihre Sittlichkeit gar keinen Einflus. .

Hieraus ergibt sich daß zwey einerkey Summe emsetzen können, wo- bey der eine erlaubt, der andere thöngt handelt Wann ein Banquier oder Kaufmann, dem etliche hundert Gulden in Ansehung feiner Einkünfte beynahe nichts sind, hundert Gulden einsetzt, so ist es ganz anders als wann ein anderer eben soviel einlegt, dem es die Hellte oder ein merklicher Theil seiner Einnahme lst. Auf diese Art und unter diesen Einschränkun-

wodie Wahrscheinlichkeit gleichsam nm ein zehntausend Theilchenist? man wird es noch vernünftiger halten lieber s fi. zu wagen wo die Wahr- Peinlichkeit um etlichemal gröser ist. Ferner; jedermann wud es vernünf­tiger halten, bey ein undeben demselben Grad der Wahrschemliä)keit, zehn Gulden zu wagen um zehntausend zu erlangen, als nur fünf Gulden aus- zusetzen, wo man nur zwanzig erlangen kann. Dieses sollte man bey den öffentlichen Spielen, als Lew-Renten u. d. gl. vor Augen haben , wo man mit einer gervissett und mertheben Auslage, wann man auch sehr glücklich ist, doch etwas sehr unbeträchtliches gewinnen kann. Es ist fernerhin in Betrachtung zu ziehen, ob das was man hoffen kann einen sehr «rosen Einfluß in die Verbesserung der ökonomischen Umstan­den hat; im Gegentheil, das was man ausgiebt, keinen merckli- chen Einflus in ihre Verschlimmerung gibt. Nach dieser Propor- fiAn muß das ventunfttctc abgemessen werden. Es muß die Einlage so

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