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man mir nichts gesagt batte; und darum fielen sie auch vergeblich aus. Ich kam aber aus den Gedanken, daß man vielleicht die angeführte Erscheinung an Eyern wahrgenommen haben möchte, die, wie wohl zu geschehn pflegt, mit Sallat aufgesetzt worden, und daß also sermuthlich der Eßig das Mittelding wäre, das die Färbung der Ever bewürkte. Hierin habe ich auch nicht geirrt. Denn die Hälfte von einem hartgekochten Eye, so heiß als es aus dem Wasser kommt, abgeschält in ein verzinntes Geschirr, worein man etwa J Zolles hoch Eßig gegossen, dergestalt gelegt, daß die platte Seite zu unterst gekehrt sey, nimmt, wenn Bley in der Verzinnung ist, sehr bald an seinem Weißen eine mit Violett vermischte bräunliche Farbe an, und, wenn es so etliche Stunden liegen bleibt, wird an ihm. soweit es von Eßig benetzt worden, diese zusammengesetzte, und besonders die bräunliche Farbe, noch stärker; die schwächere violette aber zieht über die Fläche des Eßlgs böher in das Weiße des Lyes hinauf, und , immer schwächer werdend, verliert sie endlich sich gegen die Spitze desselben völlig Dieser Erfolg, wie ich aus wiederholten Erfahrungen gesehn, ist immer gewiß und derselbe; nur daß es nicht, wie man nur gesagt hatte, der Dotter, sondern allein das weiße des Eyes ist, das sich färbet; und man hat, um keine fremde Färbung desselben zu veranlaßen, bloß die kleine Vorsichtigkeit, in Acht zu nehmen, daß man, wenn etwa mehrere Ey- er durchgeschmtten werden sollen, bey jedwedem vorher das Messer mit Wasser abwasche, weil sonst etwas von dem Eisen sich aufzulösen anfangt, und , da dieses ebenfalls einigermaßen das Ey färbt, dadurch eine falsche Erscheinung hervorgebracht werden möchte.
Bey reinen Verzinnungen aber überhaupt, wird man bey gleichem Verfahren nie die geringste viHletbräunliche Färbung des Eiweißen gewahr werden Dmn, nicht in dem Zinne, sondern in dem Bleye liegt die Ursache dieser Färbung.
§. i z Eben daher wird das hartgesottene Erweis aufTellerrrvdrr dre^gezeichmtem/ das ist, mit Bley versetztem Zinne vom Eßig auf gleicde Art an feiner Farbe verändert; dahingegen auf Tellern von malackischem oder von hier gearbeitetem englischen Zinn dasselbe völlig weiß bleibt. Ein Umstand, der den Gebrauch der Geschirre von schlechtem Zinn eben so verwerflich zeigt, als man den Gebrauch derjenigen Verzinnung zu seyn jetzt erkennet, die zu gegenwärtigem Aufsatz Anlaß gegeben hat.
Dürfte ich deswegen h-er nicht den Wunsch äußern, daß die so sichtbar schlechte Beschaffenheit des sogenannten dreybezeichneten Zinngeschirres, w dessen


