Ausgabe 
6.11.1770
 
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)6o Giesirscbe wöchentliche gemeinnützige Anzeigen

mit nicht so viel Bley versetzte zu empfehlen scheint; allein eben diese Glat­te und dieser Spiegelglanz sind, nebst der mit der Menge des darin sey- enden Bleyes verhältnismäßig zunehmenden Dunkelheit solcher Verzin­nung, auch ihre Verräther. Denn eine nicht bleyische Verzinnung zeigt nicht nur etwas weniger Glätte und Spiegelglanz, sondern sie ist auch oh­ne Dunkelheit oder Schwärze. Sie sieht vielmehr völlig weis aus, hat einen etwas matten Silberglanz, oder, noch richtiger, den Glanz beynahe des reinen Zinnes, aus welchem sie geworden. Man halte nur eine bleyi­sche mit einer nicht bleyischen Verzinnung zusammen, und ihr Unterschied wird gleich in die Augen fallen; oder, hak man hieran noch nicht genug, so lege man in jede dieser Verzinnung kreuzweise über einander ein schma­les Band von schwarzer Farbe und einen Striemen weißes Papier: und nun werden die beyderley Verzinnungen noch viel stärker von einander ab­stehen.

Würden die Werkstätte der Kupferschmiede zuweilen svon der Poli- rey besucht, um sich die etwa fertigen Verzinnungen vorzeigen zu lassen: so würde es von sehr großem Nutzen seyn , daß die Ponzeybeamten tm voraus mit kleinen Mustern guter Verzinnung versehen wären, um dienö- thigen Vergleichungen machen zu können. Diese Muster aber müßten so­wohl von gebognen oder gekrümmten als von platten Kupfer »und Mes­singblechen seyn, und, wie ich hier sehr nöthig zu erinnern finde, nicht nur in Stückchen von neuem, sondern auch in Stückchen von gebrauch­tem und schon mehrmahl verzinnt gewordenem Bleche bestehn: indem die Verzinnungen auf altem oder auf neuem Kupfer und Meßing nothwenbig ein etwas verschiedneö Ansehn haben müssen, und folglich nicht mit einan­der zu vergleichen sind.

§. 12. Fände man nun unter, auf die gehörige Weise, verglichnen Geschirren eines, dessen Verzinnung verdächtig schiene, so würde nöthig seyn, solche der §. io. mitzutheilen versprochnen eigentlichern Probe zu unterwerfen. Solche geschieht vermittelst eines hartgekochten Eyes. Und von dieser muß ich vorläufig gestehn, daß sie mir bisher lnicht bekannt ge­wesen^ und daß ich die Farbeveränderung k die ein Ey, wenn es eme zeit­lang auf schlechtem Zinne gelegen, leidet, noch nie bemerkt hatte. Allein, da ich mich beym Speisen keines dreygezeichneten Zinnes bediene, so hatte ich freyllch, diese Beobachtung zu machen, eben keine Gelegenheitgehabt, da ich aber zufälliger Weise davon hörte, so stellte ich verschiedne Versuche darüber an, jedoch mit Auslassung eines nöthigen -Külsömrktels, wovon

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