Ausgabe 
6.11.1770
 
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§. 7. Da ferner allerley Leute von ungewissem Aufenthalte, das platte Land durckstreichen, und sich mit der Verzinnung abgeben , von deren schlechten Beschaffenheit folglich hier noch mehr als in den Städten zu befürchten seyn möchte; so fragt sich: ob diesen Leuten nicht ihr Hand­werkn legen, und das Geschafft nicht künftighin nur sichern angesessenen Meistern anzuverkrauen fty, die solches entweder selbst verrichteten , oder durch Gesellen, von deren Redlichkeit sie genügsame Proben hätten, ver­richten ließen. Und diese würden denn, |0 oft sie auf das Land gehn wollten, dazu durch obrigkeitliche Pässe zu aurorisiren seyn.

§. 8« Durch diese und noch einige folgende Maaßregeln möchten wir nun fteylich wohl dazu gelangen, daß die Kupferschmiede nnsers Churfür- fienthums keine andere als reine gut? Verzinnungen verfertigten; allein, wenNdabey fernerhin Die fremde Einfuhr verzinneter Geschirre aus andern Ländern verstattet bleiben sollte, so würde der von den gemachten Verfü­gungen zu erwartende Nutzen noch immer sehr eingeschränkt und mangel­haft seyn. Ein Verbot aber wider alle dergleichen Einfuhr würde ihn uns vergewissern.

§ 9. Da das Bley, welches künftig aus unfern Verzinnungen weg- bleiben soll, ungleich wohlfeiler ist, als das Zinn, überdem auch Die Ar­beit mit diesem etwas mehr Mühe und Zeit erfordert , als die da man Bley hinzu khut: so wird allerdings Den Kupferschmieden auf Die reine Verzinnung einen höhern Preis zu setzen, erlaubt werden müssen. Diese aus Der Natur Der Sache riothwendig fließende Vertheurung wird, wahr­scheinlicherweise , durch Die längere Dauerhafcigket der Verzmnnng hin­länglich vergütet werden.

Uebrigens kann ich hier aüch nicht unangeführt lassen , daß das Ge­schaffte, an sich selbst, mit vieler Beschwerlichkeit für den Künstler verbun­den, und so beschaffen ist, daß es ihn in mancherlei) Krankheiten stürzen kann. Ich fragte meinen Kupferschmidt, der sich Rust nennt, und hie» selbst am knappen -Orte wohnt: ob er, mit seinen übrigen Profeßionsver- wandten, nicht zu Zeiten mit hartnäckigen Koliken rc. heimgesucht würde'? Er antwortete mir: er habe fteylich oft genug viel davon auszustehn, in­sonderheit wenn er verschiedne Stunden in einem fort bey dem Verzinnen zugebracht hatte; und die Schmerzen wollten Dann um so weniger bald weichen, als sie mit Verstopfungen vergesellschaftet wären; auch überfie­len ihn zuweilen Ohnmächten , er fühle sich beklemmt, und er athme schwer - - Alles Zufälle, die zwar wohl größtemheils von den Aueflüs-