Ausgabe 
6.11.1770
 
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und VU(tytid)ttn. 311

Wlit Bley versetztes Zinn will sich durchaus durch Salmiac nicht an das Kupfer bringen lassen, oder der Erfolg der darauf verwandten vielen Mühe ist doch so schlecht, daß es gleich in die Augen fallt. Ich habe eS zu wiederholten malen mit dem gewöhnlichen Mengsal, darin neben de« Zinne ohngefähr f Bley sind, aber immer vergeblich, versucht. Ein sehr glücklicher Umstand der die Salmiacverzmnung, auch wenn sie , wie doch sehr wahrscheinlich ist, im Gebrauche nicht dauerhafter als die Golopho- niumverzinnung befunden werden sollte, zur Einführung uns zu empfehlen, schon hinlänglich wäre.

Zwar, wie ich durch Versuche entdeckt, ist, dem gesagten ohnbr- schadet, die bleyische Verzinnung des Kupfers doch auch mit Salmiac, ohne Colophonium zu erzwingen, aber wiederum nur mit Hülfe eines ge, wissen kleinen Zusatzes, der, wie der§. 4. berührte, nicht leicht einem ge. meinen Handwerkömanne in den Sinn kommen wird.

§. 6. Inzwischen würde ein obrigkeitlicher Befehl an die Kupfer­schmiede, sich künftig keines andern Hülfsmittels bey oem Verzinnen alS des Salmiacs zu bedienen, k doch eines Tl>ils seines Zwecks verfehlen, wenn diesem Punkte nicht ausdrücklich der zweyte hinzugefügt würde, daß nemlich dazu auch kein andres alS vollkommen reines, das ist entweder ma- laki ches Zinn, oder englisches Vlockzinn genommen werden solle. Denn, hätten wir den §. 5. erwähnten Umstandes halber, auch noch soviel Grund unS über die künftige Reinigkeit mit Salmiac gemachter Kupferverzinnun­gen zu beruhigen; so würde dem doch nicht also in Absicht auf die Reinig­keit ,derl Meßingverzinnungen seyn, als welche man , wegen dadurch be­förderten Fortgangs der Arbeit, seit lange würklich schon mit Hülfe deS Salmiacs verzinnt, gleichwohl aber nur bleyifcheS Zinn dazu zu nehmen nöthig gehabt hat: ein Umstand, der dem §. 5 erwähnten zu widerspre­chen scheint, allein dem ohngeachtet wahr, und von der Art ift, daß, so wenig man ihm im voraus vermnthet haben sollte, doch , wie es damit zugehe, und daß der Widerspruch in der That nur anscheinend ist, von einem guten Chymisten wohl eingesehen werden kann.

Ein über die Verzinnungsangelegenheit zu wünschender, und - ich darf schon hinzu sitzen - zu hoffender Befehl müßte demnach nicht nur anstatt des CalophoniumS sich des Galnnacs zu bedienen, sondern auch zu dem Meßmg-sowohl als zu den LupferVerzrnnurrgen remesZmrr zu nehmen, unfern Kupferschmieden zur Pflicht machen.

' ' Zt r §- 7- Da