Ausgabe 
6.3.1770
 
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7» GreMsche wöchentliche gemeinnützige Anzeigen

sehr viele Kaufleute Die Fürstliche Einkünfte haben. Es lebt noch jetzo eine Wittwe daselbst, die grebt alle Neujahrstage einen Wechsel von 40. tau­send Gulden in Die Arnrenbüchse, und nach ihrem Todte bekommt Vie Lu­therische Gemeinde von ihrem Vermögen 3. Tonnen Golveö. Sie hat eS nöthig, Dann ste unterstützt viele^anvere Gemeinden, in unfern Landen so wohl als in Ost - und West - Indien. So gar hat sie es dahin gebracht,

Daß in Lissabonnern Lutherischer Prediger steht. Die Ehre aber auch DteAr- beiten Der Amsteroammer Prediger sind gcmzamerordentlich. ES ist unter­dessen zu beklagen, daß sich Die Lutherischen Geistliche m hiesigen Landen bey ihren gottesdienstlichen Verrichtungen zn sehr nach Dem Geschmack der holländisch herrschenoen Kirche richten. Doch kenne ich auch zu mei­nem Vergnügen, einige erhabene Männer unter ihnen, unter andern den Lehrer der Kirche in Herzogcnbufch, den Herrn Steuerwald, die aufeine vernünftige Art, mit einem guten Geschmack ihr Amt verwalten. Die Papisten sind in Ansehung Des äuff rlichen sehr eingeschrcknckt. In Herzo- genbusch, wo 3 Viertheil von Den Einwohnern Römisch sind, Darf kei­ner von ihren Geistlichen in seiner priesterlichen Kleidung öffentlich erschei­nen, und kein Carholick darfein kirchliches Buch öffentlich tragen. Doch ist die Einschränkung nach Den Provinzen unterschieden. In Den Provin­zen Holland und Gröningen haben sie Die mehreste Freyheit. Die Armi- maner, Die Bekanntermaßen unter allen Sekten Den Lutheranern am näch­sten kommen; vermindern sich täglich. Die Politick unterhalt ihren Fall. Die Portugiesische Juden, zu welchen sich diese welche auser Europa trabt nen geschlagen haben, bleiben in Ansehung ihrer Synagogen von Den Hoch­deutschen noch immer getrennet, und nehmen vor Diesen an Reichthmn und Ansehen immer zu. Mit der größten Aufmerksamkeit habe ich in Am­sterdam Die größte Seltenheit in Ansehung kirchlichen Dinge, nämlich Den Gottesdienst Der Armenier und Der persianischen Kirche betrachtet. Sie bestand aus einer Messe mit fremder Ceremonie. Ich sähe etwa so. Glie­der Dieser Gemeinde, und eine außerordentliche Reinigkeit in ihrem Tem­pel. Den Socinianern wird Die Ausübung ihres Gottesdienstes unter dem Namen Socimanisch in hiesigen Landen Durchaus nicht zugestanden. Sie verbergen sich in andern Kirchen, besonders unter Den Mennoniten. Die Mennoniten sonstige Anabaptisten, jetzige Doopsgesinnten sind noch in ziem­licher Anzahl in Amsterdam und Gröningen anzutreffen. Sie treiben die Sittenlehre in hiesigem Lande am allerstärksten. Unter ihren Lehrern ist der