Ausgabe 
6.2.1770
 
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»»d Nachrichten. 43

Sie Setldnbitoen Prediger, He in Ansehn tieiben wollen, haben wegen der großen Belesenheit ihrer Zuhörer nicht einmal ras Herz, gewöhnlich« Erklärungen vorzubringen. Sie erdenken mehreutheils neue. Da fonu men denn vielmal unerhörte Dinge zum Vorschein. In den Provinzen, die an Deutschland grenzen, wird schon nicht so viel Historie und Philo- logie auf die Kanzel gebracht. Ja es ist in manchen Oertern von einigen jungen Predigern ein guter Anfang gemacht worden, nützliche Wahrhei­ten auf eine vernünftige Weise vorzutragen und die Einwohner bekomme« einen bessern Geschmack. Es stnd zwo Ursachen davon da. In Utrecht hat es der Herr Professor Bonnet gewagt, den Engländlschen Vortrag anzunehmen, und hat außerordentlichen Beyfall erlangt. In Gröninge« handelt Herr Professor <A>evalier moralische Wahrheiten in der Kirche freu und natürlich ab, und es ist ihm zeither sehr gelungen. Ich wünsche, daß dieser gute Wcktweise nicht in einem allzu erhabnen poetischen Style pre« digen möchte > da es zumal die Holländische Sprache nicht vertragen will. Die vorzüglichste Ursache, welche Die alte Predigermechode vemnithlich vertreiben wird, ist wohl diese, daß einige hiesige Gelehrte die Mosheimi« sche Sittenlehre nebst einigen der vortrefflichsten Hochdeutschen Predigte« in bas Holländische übersetzt haben. Ich weiß auch, daß man die Hol­lander so glücklich machen will, daß siedle Spaldingssche Schriften lese« können. Jerusalems Predigten werden jetzo in Amsterdam in einer wohl- geratenen Ueberschung auch gedruckt. ES ist ein großes Glück für die hiesige Republik, daß Lenke von Geschmack in derselben leben, welche sich mit dem Uebersetzen solcher auswärtigen Schriften abgeben, welche wahre Gelehrsamkeit in einer schönen Ordnung in sich enthalten. Nur Schade, daß die besten Schriften ost ganz verstümmelt werden. Wegen der khö- , richten Vormiheile, die noch herrschen, muß das, war in auswärtige« arbeiten 6a8 vortrefflichste und schönste ist, in den Ueberfefcungen ausge. lassen werden, wenn sie hier Käufer finden sollen. Die hiesigen Buchsüh. rer sind die durchtriebensten Handelsleute von der Welt, und wissen sich der verschiednen Arten der hiesigen Gottesgelehrten zu ihrem Vortheil sehr wohl zu bedienen. '

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Von einer unbekannten Hand sind uns einige Kragen zu beantwort -n , nebst einem Bries zugesendet worden. Letzteren lassm wir aus Ä vöW B-«mw»V^'" ^m wir hierher. Wir versprechen aber kein«