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Stubiertische eines Domine; <das ist hier der Amtsname eines öffentlichen Predigers.) Siemüssenwegen des Geschmacks ihrer Zuhörer,üb« «men reden Text, den sie ft-y erwählen, crinfireit, und doch finden st- in chren Buchern und auch gar Vielmahl in dem Texte selbst ,' kernen Stoff dazu, daher kommen manchmal ziemlich wunderliche Anmerkungen vor Hrer sind etliche Beyspiek«, die ich selbst gehürt habe. Ein beliebter Prediger, den ich seines Ruhms wegen hören wollte, und der Doktor und Professor der Theologie ist, redete über Ich. z. v. r da erstrdr jch M was eine Hochzeit sey, hernach ward bewresen, dass diese Hochzeitnidit in dem Cana wäre gehalten worden, das in dem Besitze des Stammes Selmlon gelegen, sondern in dem Eanr, das in Gallilä» gestanden hätte Ich lernte auch aus dieser Predigt, daß die Hochzeiten, die in Canavor« ffelcn, vermuthlich auf einem öffentlichen Platz« wären gehalten worden, und zwar aus dem wichtigen Grmrde, werk die sechs steinerne Wasser, kruge zu groß gewesen wären, als daß sie in das Haus eines srden Bräu- kigams hätten sollen getragen werden. Sie hätten vermmhlich an einem gewissen Ork« beständig gestanden. Was könnte allo anders daraus folgen als diese Vermuthunz, daß die Hochzeiksfeste an diesen gewissen O» 5« wmen gehalten worden? Ich hörte auch hierbey di- Uneinigkeit der fon. ßigen Gelehrten über die Anzahl der Eyerschalen voll Wassers, die in ei- ven dreser Krüge gegangen wären , und erinnere mich schon nicht mehr, was für eine Zahl mein Lehrer hierbey annahm. Zu einer andern Zeit, wollte ich mich an einem Weynachksfeste in einer teformirken Kirche er. bauen. Es wurde über Luc. 2. v. 7. gepredigt We wenig aber erreich, te ich meinen Endzweck, da der Prediger Die Krippe geometrisch beschrieb, «id über em« Stunde lang bewieß, daß das Holz, welches in Papist,. Wen Klöstern für Stucke dec Krippe Jesu angegeben wird, ohnmögl ch von derselben s-yn könnte, indem er ausrechnete, daß sie auf die Art arö. ßer als «in Stadthaus müsse gewesen s-yn. Diese Art zu predigen herrscht m dieser oder jener Provinz mehr oder weniger. In Seeland und Süd. Holland muß ein feder Pfarrer zum wenigsten drittehalb Sknude» lana predigen, wenn er nicht verachtet seyn will. Dabey muß nach einem Be. fehl der Provinzialstaaten die Heik.S»rift von Anfänge bis zum Ende ohne einen V-rs zu überschlagen, durch gepredigt werden. In Mrddel. bürg steht ein Prediger, der vor einem halben Jahre die Bibel mm crit. kenmale durchzupredigen angefangen. Wie ist «S bey diesen zwo Umllän-
möglich, sich aus der Kanzel mmöthiger Uillersuchungen zu enthalten - Die


