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sich zwar tief in das Herz verbirgt, aber doch nicht unwürksam bleibet. Dieses wird fteylich dadurch vermieden, wann der Dichter das Laster alle­ren unglücklich und die Tugend glücklich werden lasset. Diese Romanen sind aber selten, dann meistentheils muß der Held erstlich alle boshafte Streiche verrichten von dem Informator an bis zu seiner Heurath. Wenn aber auch dieses nicht ist, wann die Tugend allezeit glücklich und das La­sier unglücklich vorgesiellet wird, so entstehet doch daraus der Schaden, daß dem Gemüth eine idealische Welt eingepräger wird, welches sich weit von der würklichen entfernet, als in welcher weder das Laster immer unglück­lich noch die Tugend glücklich wird. Dieses findet sich allerdings auch dey der Geschichte; aber sie liefere uns doch die Wege der Vorsehung wre sie würklich sind, und zeigt die Welt in ihrer rvahren Gestalt. Ich sollte also glauben die Geschichte würde uns weit besser mit der Welt als die Roma­nen bekannt machen. Diese bildet Romanen Helden, und flöset dem Ge­müth Klugheitsregeln ein, welche sich auf eine ganz andere Welt bezie­hen: diese aber bildet die Menschen nach der Welt worin« sie leben - und liefert Regeln der Klugheit, welche von wirkliches Begebenheiten erlernet sind, und also weit tauglicher sind, den Menschen m den Stand zu setzen sich in dieser Welt zu richten. '

2) ES ist ein groser Jrrthum wann man glaubt die Tugend könne durch Romanen, Cemjdien, Fabeln u. d. gl. eingepflanzet werden. ES ist lächerlich wann man in diesen Dingen die rechte Möral suchet. Die Tu­gend hat keinen andern Grund als eine wahre Liebe gegen Gott, und wann diese durch Betrachtung der göttlichen Wohlthaten , Eigenschaften und Werke, in wie fern sie durch die Natur bekannt sind eingeflößet wird, so ist eS-eine natürliche Tugend, sind es aber die Vorstellungen, welche das Christenthum allein gewähret, so ist eS die Gottseeligkeit. Schriften der Art, wovon wir reden, können wohl das wohlanständige und das Gute in den Sitten zeigen, das verwerfliche mit lebhaften Farben schildern, aber niemalcn das Herz so andern, daß Gott liebet und ihm gehorsam wird, alö welches die Quelle der Tugend ist.

Jedoch aber ist es schon Nutzen genug, wann das anständige in den Sitten gezeigt wird. Ob aber dieses in den meisten Romanen geschehe dagegen redet die Erfahrung.

, Wird man aber solche welche die Tugend zum Grund haben der Ju-' gend in die Hände liefern.

3) So