Ausgabe 
4.12.1770
 
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f Ao GLeMchewöchtNtliche gemrümützige Anzeigen

ven wir ihren Nutzen ganz vollkommen? Des Falkens unv Sperber- Blutgierigkeit, und der Hunden Zanksucht, wissnsich die Menschen wohl zu bedienen. Warum sollte dieses nicht möglich seyn in Ansehung der Stärke des Bären und Löwen? Es gibt Kräuter deren Nutzen man erst vor einigen Jahren entdecket hat/ und dieses macht Hofnung daß man bey andern/ die man nur noch zum Unkraut rechnet eben so glücklich seyn könne. Auch giftige Kräuter taugen zur Arzeney; man muß aber ihren Nutzen kennen Eben dieses kann die zukünftige Weit bey Thicren finden. Vielleicht verwundert sich einstens Vie Nachkommenschaft, daß man sich über Eigenschaften der Thiere beschweret hat/ welche ihnen so nützlich sind. Es ist ein Vorurrheii wann man glaubt/ daß der Mensch die Kreaturen in dem Maas und mit der Einsicht beherrsche, als wie sie einst beherrschet werden sollen. Die Erfahrung soll uns vielleicht erst durch eine lange Reihe von Jahren wieder zu der Herrschaft der Th'ere führen, welche dec Mensch da "harte, als er sie alle mit Namen nannte. Ihre Natur hat sich wohl schwerlich durch Schuld des Menschen verändert, aber wohl unsere Einsicht.

Ist das Lesen der Romanen der Jugend nützlich.

Die Vortheile welche man sich von dem Lesen der Romanen verspricht sollen erstlich berühret werden. Es wird sich alsdenn leicht zeigen, wenn man den Schaden dagegen hält, wie diese Frage beantwortet werden müsse.

i. Man lerne daraus die Welt kennen, dieses ist ein Grund der die Romanen empfehlen soll. Sie liefern unS erdichtete Begebenheiten woraus die Sitten der Menschen sichtbar werden, wann der Dichter an­derswo die Natur nicht verlassen hat. Der Französische Romanwrrd uns die Sitten der Franzosen, der Englische den Engelländer, der Spanische den Spanier u. f, w. vor Augen legen.

z. Sie feyett zur Beförderung der Tugend/ und lehreten, wann sie anderswo regelmäsig seyen, eine gute Moral.

;. Aus dieser Ursache seyen sie ein nützlicher Zeitvertreib/ ma" könne nicht allezeit ernsthafte Geschäfte treiben, das Gemüts) bedürfe einer Erholung; und diese seye dem Trieb der Menschlichen Seele, allezeit neue

Vorstellun-