Ausgabe 
4.12.1770
 
Einzelbild herunterladen

ttttd Nachrr'chtm.-

Zusammenhang der Dinge möglich sind, welche angenehme Empfindungen können besitzen, so viel« mußten von der höchsten Güte hervorgebracht werden, weil dieselbe keine Grenzen kennet. Es bleiben demnach keine lee» re Stellen in der Natur , alles ist beseelet, und ist mit solchen Gegenstän­den erfüllet, welche der Güte des Schöpfers gemäß sind. Die Thiere welche von andern verschlungen werden, sind doch eine Zeitlang da, und die wel­che von ihnen leben, aber über sich ebenfalls Verfolger erkennen, leben auch so lange bis sie erhaschet werden. Sollten sie hinwegseyn , so würde «in Ort nach einer gewissen Zeit von Geschöpfen leer seyn.

Ihr Todt ist bey weitem das nicht, was er bey den Menschen ist. Diese können Ueberlegungen anstellen, die Gefahr voraussehen , und die- Schmerzen mehr als einmal empfinden. Das Thier empfindet sie nur in dem Augenblick da sie da sind. Berechnet man nun die Momente der unan­genehmen Empfindungen gegen die angenehme, welche sie geniesen, und die Absicht göttlicher Güte sind, so sind sie für nichts zu rechnen.

Wir sind über dieses gewohnt, unsere Vorstellungen nach unserm. Gesichtskreis einzurichten. Wir kennen bey weitem noch nicht die ganze Dauer des Wesens welches auch in den Thieren denket. Wir wissen nicht ob etwan in der einen Gattung dasselbe zubereitet wird, in. eine, höhere ein- zutretten, und die verächtliche Körper der unvernünftigen Geschöpfe etwas höheres bilden, wo von wir nichts gedenken, und daraus wir uns auch nicht vorstellen, weil wir es nie gesehen haben. Man kann nie von einem Plan urrheilen, welchen man nicht ganz übersehen. Wie gros ist wohl der Raum, den wir in dem Plan des Allmächtigen übersehen? Lasset uns vielmehr hof­fen , daß wir dereinst noch Tiefen der Weisheit verehren werden, welch« hier noch ganz verbörgm sind.

Hatte Gott keine Thiere schaffen sollen , welche den Menschen ge­fährlich sind? Man antwortet sie seyen zur Strafe. Es ist allerdings für den Menschen, daS so hochmütige Geschöpf, welches sich einbildet, Sonne, Mond und Sterne seyen bloS um seinetwillen da, sehr demüti­gend , wann die Heuschrecke und Raupe seine Bemühungen fruchtlos macht, und ein Löwe und Bär ihm sein Leben rauben kann. Ich sehe aber noch nicht, daß dieses die ganze Absicht seye. ES bleibt noch die Frage, bedie­nen wir uns auch der Neigungen und Stärke dieser Thiere recht > Ken-

Ddd 4 nm