Ausgabe 
2.10.1770
 
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und Nachrichten. ZL l

an Desinquente» nicht fehlet, denen es gleichviel seyn muß, ob ihnen die Keule des Nachrichrers, oder das Mutterkoen den Garaus macht.

Einige Fragen wünscheten wir den Lesern beantworten zu können. Was ist die Ursache dieser Ausartung des Rokkens ? Hier herrschet noch eine grose Dunkelheit. Zwar sehen wir daß besonders Früchte Jahre, und der fogenante Honig oder Melthau Gelegenheit darzu geben, wie es aber zugche? das gehöret in die innre Geheimnüsse der Natur, von weichender grose Herr von Haller sagt, daß keine erschaffene Geister hineindringen können.

Wie aber schadet das Mutterkorn? Hier wäre ebenfals noch viel Licht nöthig; wir kennen viele Gifte aus dem Pflanzenreich, deren Art zu würken wir gar nicht ein sehen. Darzu gehöret auch das Mutterkorn, die­ses steckt unsere Safte mit einem innerlichen Gift an, fallt entweder auf die Nerven und erreget Krampfe, oder eS bringt das Blut zur Faulnüß. Mehreres sind die bewährteste, oben zum theilgenannte Schriftsteller,da» von zu bestimmen nicht im Stand gewesen.

Von der Hülfe gegen diese Krankheit wollen wir nur noch einiges mit wenigen anführen. Die Fortsetzung folgt.

Avertifiement.

Demnach bey dißjährigen gehabten auserordentlichen Witterung, m dem Korn eine Menge langer und schwarzer Körner, welche man Mutter­oder Brandkörner nennet, und die sich, ob sie gleich keinen übelen Ge­schmack haben, doch durch diese Gestalt von dem übrigen guten Korn merklich unterscheiden, so wohl um hiesige Stadt, als an vielen andern Orten gewachsen haben sollen, wovon die Erfahrung gelehret, daß solche der menschlichen Gesundheit höchst schädlich seyen , und die abscheulichste Wirkungen hervor, auch endlich sogar den Todt zuwege bringen, ohne es durch den Gebrauch einiger Arzeneymittel verhindern zu können, gestalten dann der beschehenen sicheren Anzeige zufolge, bereits in der Gegend Gla­denbach und Sinkershausen, Fürstl. Amts Blankenstein, verschiedene ganze Hauser, so von dreien Körnern unter dem gebackenen Brod geges­sen , ganz krumm gezogene Glieder mit grosen Schmerzen bekommen, auch innerliche starke Anfälle, als wenn sie mit der fallenden Sucht behaftet waren , verjpüret haben; und nach dem anheute eingelangten Amtsbe­richt im Fürstl. Amt Gladenbach mehrere HauSgesaße krank geworden,