Ausgabe 
2.10.1770
 
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52.0 GiMche wöchentliche gemeinnützige Anzeigen diejenige welche von der fallenden Sucht befallen wurden, von dieser Krank- beit nicht wieder aufgekommen. Daß die welche unsinnig worden, blß an ihren Tod sinnlos geblieben. Wenn auch einige diese Krankheit überlebet, befanden sie sich Doch alle Jahre einige Monathe übel.

Eben diese Krankheit wütete nach Hofmanns Berichten in den Jah- reu i648-1649. 1675- im Vogtland. Im Jahr 1602. gieng stt durch den ganzen Freybergischen DPrict. Im Jahr 1716. war sie in Sachsen und der Laußniz epidemisch, wie wedel meldet; Um diese Zeit gab auch Goelike eine Abhandlung von dieser Krankheit heraus. Im Jahr »717. arif solche viele Oerter in Teutschland an, wovon Vater eme Abhandlung aeschrieben. Am genauesten sehen wir diese Krankheit von Srme m Sa- tvr medicorum Siles. Spec. IV. Obf. 5» abgebildet. Sie sing an mit ei- nem beschwerlichen Jucken an den Beinen, welches eine Empfindung machte, als wenn Ameisen auf den Beinen herumkröchen ; bald nachher war der Magen heftig angegriffen, biß endlich das Uebel den Kops selbst einnahm. Auf dieses Jucken folgte ein Zusammenz,eher, der Handelnd ^üße; die Kranken bezeugten mit Schreym, daß ihnen Hände und Hüße brenneten. Der Kopf ward schwer und lchwindelich, die Kranken waren ihres Verstands nicht mächtig, einige wurden rasend, andere bekamen die fal­lende Sucht. Von diesen starben die meiste.

Die schreckliche Zufälle und Krampfe, sagt Burckhard / welche bie ausersten Theile des Leibes, die Arme nemlich, die Füße, den Kopf, die Augen und die Lefzen auf eine besondere Art verzucken, und allen Ge­brauch der Vernunft aufheben, haben durch keine Hülfsmittel können ge­hoben werden. Die Krankheit dauerte z. 4. biß 8. Wochen, diejenigen, welchen es glückte zu genesen, erlitten noch eine lange Zeit eine Schwäche der Glieder, oder gleichsam eine Erstarrung eines oder des andern Glieds/vnd eine Schläfrigkeit des Verstandes.

Endlich hat diese Krankheit in der neuen Mark in den Jahren 1741. und 1742. gewüthet, und ist in einer Streitschrift von Herrn Prof, von Bergen und Herrn O. Müller sehr genau beschrieben worden.

Die neueste Beyspiele unferer feiten bat bcrPhyficus des Amts Blan­kenstein anhero berichtet, welche wir unfern Lesern nächstens bekannt ma­chen können. Wir könnten auch noch Beyspiele anführen, wo das Mutter­korn denen Threren tödtlick gewesen; doch hiervon kann sich ein Liebhaber der Experimenten hresigen Orcs selbsten überzeugen, zumalen es gegenwärtig an