Ausgabe 
31.10.1769
 
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z84 Gresirsche wöchettt!Lch--gemeLttttützige Anzeigen

welche man mit einer Scheere ausschneiden muß, damit der Eiter Wichen kann. Man muß von Zeit zu Zeit frische Lauge zugießen, bis die Wun­ds gar nicht mehr stießet. Man kann sicher darauf rechnen , daß dieses Mittet allein Den Schaden hebt, und man braucht nachher weiter mchtS als Die todte Haut abzuschneiden, und Die Wunde bloß mit der Art Sal­ben zu schmieren, Deren man sich gewöhnlich zur Reinigung und Heilung der Wunden zu beDienen pflegt. Im Dritten Fall ist Die Würkung Dieses Mittels ganz erstaunend. Hier ist ein Beysplel davon. Im vorigen Au- gustmonat kam eine Bauerfrau, und suchte bey dieser wohlthätigen Dame Hülfe. Ihre Hand war in einem Zustande, Daß man keine Besserung mehr hoffen konnte. Ihr Daum war so dicke, wie eine Faust, ungestal­tet, und überall voller Ritzen und Löcher. Er sähe scheustich aus, der Nagel war seit einigen Tagen abgefallen, und es war sogar schon ein Stück vom Knochen weg, und sowohl Die Hand als auch Der halbe Arm waren außerordentlich geschwollen. Als die Frau von .... sie in einem so verzweifelten Zustande sähe, so trug sie Bedenken, Die Cur zu unter­nehmen. Doch vom Mitleiden gerührt, und weil sie überzeugt war, daß ihr Mittel , wenn es auch den Schaden nicht aus dem Grund heilen könn­te, doch nicht wenig Linderung bringen würde, so ließ sie die Lauge ko­chen, und die Frau mußte den Daumen hinein stecken , aus welchem einen Augenblick darauf eine gelbliche fette und ölichtc Feuchtigkeit, fast so häu­fig als das Blut beym Aderlässen stoß. Dies Dauerte beynahe r Stun­den ohne aufzuhören fort, und man bemerkte, daß Die Geschwulst nach Proportion des Fließens, sich verminderte. Auf jene eyterhafte Materie folgte eine andere zähe Feuchtigkeit, Deren Ausfluß man durch das gelin­de Drücken Des Daumen, Das man von Zeit zu Zeit wiederholte, beför­derte. Diese -Operation dauerte überall über 4 und eine halbe Stunde, worauf Die Fran von .... als sie sähe, daß Die Materie völlig erschöpft war, und auf dieselbe ein wenig Blut folgte,^ die Wunde mit warmen Wein wusch, eine Salbe darauf legte, und der Frau davon mitgab, sich selbst zu verbinden, um den Rest der bösen Feuchtigkeit vollends zur Ey- terung zu bringen. Einige Zeit nachher kam die Bauersfrau wieder zu der Dame, sich zu bedanken. Ihr Daum war völlig geheilt, aber wegen Mangel des Knochens, der schon vor Dem Gebrauche di seS M ttels weg- gefressen war, ein wenig ungestaltet.

Man sieht hieraus. Daß Die Lauge von Weinrebenasche alle böse ' Feuchtigkeit, die der Grund vielst UstelSist, auSzieht, und daß man > nachher