Ausgabe 
31.10.1769
 
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und Nachrichten. |ti

sich zichk, bisweilen auch, wenn der Brand in den heißen Ssmmertagen dazu kommt, noch üblere Folgen hat- Dies Uebel ist um desto gefährli­cher, well man eS selten in feinem Anfänge bemerkt, oder wenn man es bemerkt, doch verabsäumet, die dienlichen Mittel dagegen zu gebrau­chen , indem man eS theilS für einen gewöhnlichen nichtsbedeutenden Zufall hält, theils auch auS Furcht für dem Schneiden Scheu tragt, den Feloscheer dazu zu rufen. Denn daraus folgt, daß der Schade schnell um sich greift, und daß eS schwer hält, ihm Einhalt ju thun , wenn er <r(l viS auf einen gewissen Grad zugenommen hat. Ueberdem wie viel Dörfer giebt eS nicht, wo der Bauer entweder wegen Mangel einet Wundarztes, oder wegen Armuth alle Hülfe in feinen Krankheiten ent­behren muß. ES ist daher von einem auSgebreiteten Nutzen für das Pub­likum, ihm sehr einfache und wohlfeile Reeepte in die Hände zu liefern, wenn sie ihm helfen können, und wenn ihre Hülfe durch unzähliche Er­fahrungen bestätigt ist.

Man wird sich vielleicht über dies Mittel, weil eS so simpel ist, ver­wundern; allein eben deswegen ist es, meiner Meynung nach, desto mehr ju schätzen. Man nehme Weinrebenasche, mache daraus eine starke Lau­ge, und lasse sie so heiß werden, alS eS möglich ist. Hierauf gieße man davon in ein bequemes Gefäß, stecke den kranken Finger hinein, und lasse ihn lange Zeit darinnen. Um aber die Lauge so lange der Finger darin­nen bleibt, in gleichem Grade der Wärme zu erhalten, so gieße man aus dem Topfe, den man am Feuer gelaßen, immer frische zur und man wird die gute Würkung dieses Mittels gar bald erfahren.

Man kann diese Art Nagelgeschwüre in drey Stufen bringen Die erste ist der Anfang derselben, wenn sich noch weiter nichts als bloß eine Entzündung zeigt. Die zwote ist das Wachöthum des UebelS, wenn die Entzündung um sich greift, die böse Feuchtigkeit sich absondert, zur Eiter wird, und derselbe mit oder ohne Oeffnurrg sich vermehrt. Die dritte endlich ist die, wenn daS angegangene Fleisch voller Ritzen und Löcher wird, und einem Schwamme gleicht. In allen drey Fallen ist der Ge­brauch dieses Mittels gleich, aber seine Würkungen unterschieden. Im ersten Falle hemmt die Lauge die Geschwulst, zertheilt die böse Feuchtig­keit , und macht, daß sie vermittelst einer unmerklichen Ausdünstung durch die Schweißlöcher heraus dringt. Im andern Fall , wenn der Finger noch keine Ocffnung hat, so zieht die Lauge den Eiter nach der schlimm­sten Stelle, erweicht daS Fleisch und zieht daselbst eine Blase zusammen,

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