Ausgabe 
31.10.1769
 
Einzelbild herunterladen

zßz Gr'efsische w?chemlrch--Femeknnützige Anzer'gett

arbeitende Mine! Welch ein Klopfendes Herzens! Welch ein Händerin­gen ! Seine Einbildungskraft wird erweckt, und diese führt lhn in die Laby­rinthe von Lastern zurück, in welchen er so lange herum geirrt war.

Auf einmal ösnet er seine Augen, und ein wildes Feuer strömte hervor: Mit fürchterlicher Stimme schrie er ein banges Ach nachdem andern, so tote im Ungewitter der Donner den Blitzen nachrollt. Vater, so schrie er, unter Hei­ken Thränen und beständigen Ringen der Hände - O mein Vater! stehe auf von den Todten, und tödte deinen Mörder. Meine Laster haben dich in die Grube gebracht. Töde mich I Ach dort sehe ich unzahliche Sterne am Himmel, und alle sind Zeugen von meinen Schandthaten. Der lich­te Mond sähe mir zu, und ich konre sogar das Antlitz der Morgenrökhe anschauen, ohne mich zu schämen Himmel! warum heißest tu noch die Sonne über mir scheinen? Warum schicktest du nicht den mächtigsten Blitz herab, der mich verzehrte? Jetzt schwieg er wieder, aber dieses Still­schweigen prophezeite nur einen noch schrecklichem Austritt. Sein Herz klopfte ängstlicher. Seine Augen irrten wilder herum. Er schlug mit Fäusten auf seine Brust- Schrie! Ach die Hölle ösnet ihren Schlund - Wer verbirgt mich vor dem Allmächtigen - heulte, und starb! -

Schreiben über den Wurm am Finger. *

(AuS dem Nouvellifte Oeconomique & LitteraireTom. V.

Alles, was eine Beziehung aufdie Gesundheit des menschlich.n Kör­pers und daS Heilen der Wunden hat, scheint mir, mein Herr, eine so ökonomische und ihrem Journal so würdige Materie zu seyn, daß ich eS für eine Schuldigkeit halte, Sie heute damit zu unterhalten. Einr durch ihre Geburt und durch ihre persönlichen Eigenschaften verehrungswürdig- Dame, die der Eifer, den sie für die Erquickung der Armen in ihrer Ge­gend bezeigt, welche haufenweise Hülfe bey ihr suchen , noch schätzbarer macht, hat mir ein sichres Mttek, den Wurm am Finger zu heilen,mit- -etheilt, welches ich ihnen hiedurch bekannt mache.

Jedermann weiß es, daß der Wurm am Finger ein grausames Uebel ist. Was auch die Ursache desselben seyn mag, so ist seine Feuch­tigkeit so fressend und so scharf, daß sie nicht nur das Fleisch wegfrißt, son­dern auch die Knochen angreist, welches ost den Verlust des Fingers nach

Ans dem Hannöverischen Magazin 74M Stück. 176-.