Ausgabe 
31.1.1769
 
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Mein fei) mein Herz! So da-f ich obgleich mit der Gebenden Stlnunr Emeö Srelblui-en: doch bet; Gottversöhner besingen,

Und die furchtbare Bahn mit verziehnenr Straucheln dnrchlcmsin.

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Gesezt aber alle diese Beyspiele wären nicht Vermögend jene ffotzm sinter den schönen Geistern, die die Religion Verachten, zu demühtigen, Fdung sey in ihren Augen ein Phantast, und Älopfitö ein gedankm- Wr Schwunggeist. Wenn sie Moses Lieder, Davids Psalmen, Je­remias Klaglieder, Efaias erhabene Gesänge , Salomons hohes Lied-, und die Reden der Propheten als Dichter/ oder ats Redner gelesen W< ten, würden sie alsdann poch unverschämt genug seyn könnm, auch diest heilige Dichter zu verachten, und Redner durchweiche GOtt sprach, ge­ring schäzzen? Würden sie nicht ihre Werde über alles, was sie sonst M Muster gepr^seN haben, weit erhöhen? Würden sie noch zweifeln; - würden sie nicht völlig überzeugt seyn; dafi die Religion die Seele der ach­ten Poesie, und das Leben der wahren Beredsamkeit sey?

Die grösten unter den Rednern und Dichtern haben da, wo wir M Seligkeit finden, auch Poesie und Beredsamkeit wahrgenommen; deren VöllkoMrmnheit kem menschlicher Verstand erreichen; kein Genre, auch das vorrreflichste nicht vollkommen nachahmen kan. Roussearr und Cra­mer stimmen Davids Harmonien an; sie singen seine Psalmen wieder ; aber keiner wagt sich ihm nachzuschwingen; Bossuek entdekt ihre Schönheiten, er empfindet sie, er bewundert sie; Racine erstaunt über die Hoheit seine- Originals, wenn er es wagt jenes erhabene Danklied der erlösten von Ba­bel ui feiner Sprache zu singen. Glükliche Dichter, denen es gelungenist, diese Vollkommenheiten, diese Vorzüge zu finden! Routtg, der erhaben­ste unter Englands Dichtern, würde nie so schäzbar, nie so bewundrungS- würdio geworden seyn; wenn er sich nicht nach diesen Mustern gebildet barte; ohne sie würde Deutschland nicht auf einen RlopstoV stolz seyn können. Za Religionl dir gibührt dieser Ruhm. Dir Wechte dieDicht- kunst die Altäre in ihren Tempeln. Dir brachteH Ihr erstes Opfer. Du bautest ihren Tempel. Du richtest ihre Altäre auf, und die ersten Dich­ter waren deine Priester. Was kann leichter, was konnte wohl eher M Genie begeistern, als die Vollkommenheiten des Unendlichen l Er offen* barte sie, als er schuf, er verherrlicht sie, indem er erhält; und er wir- sie verklaren , wefin er.einstens Vernichtet? Moses ,waraufmerksack auf die grossen Äattu WtttslBewun-rüng, Zreudt und Dasik nahmen fein

E r. v-vj.:h;. Seele