rttrd Nachrichten *°7
Doch haben auch die Deutschen schon lange ihre wolthakigen Prinzen gehabt: und sie werden in ihrer Liebe für die Gelehrten den Auswärts, gen nichts nachgeben, wo sie nicht gar dieselbigen noch übertreffen. Der erste, auf den wir zurük gehen wollen, war der Kaiser Philipp. Von dem erzählt der Helmold/ * er habe die Lehrer der hohen Schulen allzeit mit den sanften Nahmen der Commilieonen belegt; er habe sie des aller vertrautesten Umgangs gewürdigt, und fleißig an die kaiserliche Tafel ge-
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Und von dem Kaiser Sigismundus erzählt der Dubravius *♦ ur feiner böhmischen Geschichte: Er habe den Georgius Ziscellinusuber alle massen geliebt, so daß er ihn auch in den Ritterstanv erhoben/ und ihm auser- Vem noch- viele Beweise der kaiserlichen Gnade gegeben. Einstens bey einer öffentlichen Versamlung, wo alle, die zugegen seyn musten, sichnachihrem Range, Amt und Würden zu einander gesellten / war dieser GeorZms un chlüßig/ ob er zu den Gelehrten/ oder zu den Rittern übergehenwolte. Endlich gieng er doch zu den Rittern. Kaum war es geschehen; so sagte der Kaiser: Georgius handelst du nicht thöricht; du Ziehst dre Ritter den Gelehrten vor; ha es dir doch nicht unbekannt seyn kan» dass es mir leicht ist aus lauter unwissenden Leuten in einem Tage 600. Ritter ; aber allzeit unmöglich seyn wird/ aus allendiesen Anen einzigen Gelehrten zu machen.
Das Beyspiel CarlS des IV. aus dem XIV. Jahrhundert verdient 4ud) noch hier angemerkt zu werden; dieser Fürst hatte eine solche■ Jiebe zu den Gelehrten und zu der Gelehrsamkeit; daß er allen in dieser Absicht an- aestellten Uebungen der hohen Schule zu Prag beywohnte, bisweilen selbsten, nach dem Zeugniß des Aeneas Gylvirrs / Versuche a Mellte / und ost wenn er zur Tafel zu gehen ermuntert wurde/ antwortete: Ich habenoch ke?ne Zefr Zum Essen; dies ist meine Speise. Eben dieses erzehlt der Lampridius auch von dem Alexander Severus; er hatte fast beständig den Ulpianüs/ oder doch andre Gelehrten an seiner Tafel gehabt, um sich mit ihnen von Wissenschaften zu unterreden, welches er für sein a^steö Vergnügen hielte. Speiste er allein / so hatte er allezeit c,n Zmes Euch neben sich liegen, laß entwedtt selbsten, odet ließ sich auch dar-
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