i©£ Gl'esslsche wöchemlich-gcmcmrrützige Anzeigen

Liebe zu den Wissenschaften brachte es dahin, daß Rom den glüklichsten- Zeitpunkt erlebte. Es konnte auf einen,Horaz/ einen Virgil, u*iD an­dre erhabene Geister stolz fein, die nicht nur Den grossen Ruhm Griechen­lands verdunkeln; sondern auch noch bishieher den ihrigen behaupten, und sich fb viels Bewunderer, als ihrem Kaisek Nacheiferer zuziehen.

Besonders sind in den verflossenen lezten drcy Jahrhunderten vir'e Fürsten durch dieses Beyspiel gereizt worden, den Wissenschaften gleiches Ansehen,' ihre Landern wahren Vorzüge, und sich dadurch einen eben so ver­dienstvollen Nahmen zu erwerben. Von der mediceischen Familie hat sich zuerst der Laurentius ganz ausnehmend um die Gelehrten, und dadurch um die Gelerfamkcit selbst verdient gemacht. Hermannus Barbarus sucht dessen Verdienste kurz, und schön auszudrükken, wenn er in seinem Briefe an den Ioh. picus p. 14). schreibt: Den Florentinern haben wir die Wissenschaften z und unter den Florentinern der mediceischen Familie/ und mder mediceischen Familie fümehmlich einem Lau-- rennus zu danken.

Mit welcher Neigung dieser wohlthätige Fürst den Verehrern der Wissenschaften zugethan war, kan man unter andern merkwürdigen Din­gen, die man zu feinem Lobe erzählt, auch daraus abnehmen. Noch kurz vor seinem Tode lies er den Johannes Picus einen florentiniichen Ge­lehrten zu sich kommen, und unterredete sich mit ihm von den besten Mit­teln, der Gelehrsamkeit noch weiter aufzuhelfen, und von den Belohnun­gen derjenigen, durch deren rühmlichen Fleiß, sie so weit gekommen wäre.

Der König Ferdinand in Spanien ist von einigen noch über den Laurentius erhoben worden. Er verdient aber als ein BeschüzzLr der Ge­lehrsamkeit, ihn wenigstens an die Seite gesezt zu werden. Er hat den Gelehrten allenthalben große Gnade bewiesen : wie er nach Complutum kam; war die Universität versamlet. Der Rector der dasigen hohen Schu­le kam ihm in Begleitung des akademischen Senats in gewöhnlichem Auf­zuge mit Vorhertragung der Sceptev'entgegen. Einige von der Begleitung des Königs winkten und riefen, daß man den König zu ehren die Scep- ter neigen falte. Der König selbst hielte aber dafür, daß seine Hoheit da­durch nicht verlezt würde: sondern befahl nach hergebrachter Weise in glei­cher -Ordnung fortzugehen: mit den gnädigen Ausdrükken: wir sind hier in dem Tempel der Musen; und es ist nicht mehr als billige daß diejenigen die sich denfelbigcn geweiht Haden / auch darin ihre Herrschaft ausuden.

Doch