Ausgabe 
28.11.1769
 
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4i8 Gr'efllsihe wochefttüch-HrmeistttAtzige Anzeigew ge euch, daß auch Salomo in aller fein ft Hettllchkest Nicht' biklMt ge­wesen ist, als derselben eins. So denn Gott, Vft dasGkNSaüf dem Felde also kleidet, das doch heute steht uüd morgen tri venl Ofen geworfen .wird: sollte er das nicht vielmehr an euchthun? O ihr Kleingläubigen!

Darum sollet ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? WaS werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden; denn euer himmlischer Vater werß, daß ihr das al­les bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes, und nach fei­ner Gerechtigkeit: so wird euch solches alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sots gen. Es ist genug, daß ein jeder Tag seine eigne Plage hak.

Ein Mensch, der sich gewöhnt, die Wege der Vorsicht Mit einer heiligen und forschenden Aufmerksamkeit bey sich zu überdenken , entdeckt in denselben die größte Güte und Weisheit emeS unendlichen Schöpfers. Er erweitert damit, so zu sagen, seinen Gesichtskreis, und bekömmt ein Licht, wodurch jene Dunkelheiten und Finsternisse vertrieben werden , die der Grund so vieler Zweifel und Unruhen waren , womit er sich quälte, wenn er murrend und unzufrieden in jene Begebenheiten eindringen wollte. Es ist währ, wir werden erst in der Ewigkeit das meiste von dem, was unS hier wiederfährk, nach feinen ersten Gründen entdecken können. ES klären sich aber doch bereits hier tausend Dinge in ihrer Ordnung auf, Vie uns vorher dunkel und widersprechend vorkämen.

Der Mensch ist ein Geschöpf, an welchem das höchste Wesen, so zu reden, seine ganze Liebe beweiset. Er wurde nicht einem vergängli- chen Leben allein, sondern zu einer höheren und unendlichen Glückseligkeit- bestimmt. Freylich ist er , so lange er sich in der Welt befindet , schwäch, elend und unvollkommen. Allein, eben dieses elend iss es , väs ihst auf etwas Höheres und Wichtigeres führt. Die Welt ist nur ein kürM Au­fenthalt für ihn. Sie ist der Weg, auf welchem er älS ein Misender' jenen ewigen Wohnungen begriffen ist. Alles, was ihw aüfdiesck Reise begegnet, kann ihm zu einem erwünschten Mittel gereichest r wodurch er feinem endlichen Ziele immer näher kömmt. Kurz: eine weise kluge Verknüpfung und Verbindung des gegenwärtigen Lebens mit jener, auf uns wartenden, Ewigkeit öffnet unS schön hier einen Theil jener Geheim- uiffe in den Wegen der verehrungswürdigen Vorsicht. Wie viel werden wir aber erst noch erblicken, wenn wir, nach vollbrachter Wallfarkh, zu jenen seligen Anhöhen gelangen/ wo wir in größte Klarheit, ohne alle

Dunkel-