und Nachrichten. lOi

sittlich- Diejenigen die Schulden, oder sonst leichter Verbrechen Hal­den ^A^eEere WMchMenK Leichen-Condukts nehmen nun ih- v,n 9fnfflnrt. ' qq der Pabst im Monte cauallo oder in einem andern Pal- laste gestorben: so wird die Leiche auf einem Parade-Bette.in den Vatr- can geführt. D^r Zug geschicht in folgender Ordnung. Ganz vorne ret­ten die leichten padstlichen Truppen mir ihren Trompetern, die eme Trau- ermusik machen. Die Stallknechte gehen bey her, tragen tue Fakkeln, uy- führen die langsam einhergehenden Pferde, die mit langen schwarzen Tü­chern bedekt sind, welche fast biß auf die Erde herunter hängen. Zwölf Poenicentiarii des verstorbenen Pabstes umgeben zunechst den Mbllchene» Leichnam, sie tragen WachsfMIn, unt)fingen die traurigsten Lieder. Da-, rauf kommen noch 20. andre Stallknechte mit dem Ueberrest der leichte« Truppen, die Curaßier Compagnie, die Schweizergarde, und endlich be­schliessen 20. Canonm, die hinten nach geführt werden, den Zug. Cur recht militärischer Aufzug!

Den Tag darauf aber tragen Die Canomci von der St. Peterskir- che den Leichnam in Oie hejüge Drcyfaltigkeits>Capeüe, welche m der Pe- terskirche als den eigentlich zum päpstlichen Begrabniß bestimmten Ort rst. Sie sezzen chn daselbst auf einem kostbaren, und mit vielen WachskerM et# leuchteten Parade-Bette 3 Tage nach einander zur Verehrung des Volks aus, welches hauffenweise herbey dringt, ihm,durch das Gitter der Capelle, die Füsse zu küssen. So wie er da liegt, hat er auf der Brust ein silber­nes Creuz, und zu Füssen auf beyden Seiten;tinen Cardinalshuht hegen S'in Ansehen, wie einige wollen, m geistlichen, und weltlichen dadurch ammeiqen. Nach diesen verstossenen 3 Tagen wird der Todte nebst emi- aen Münzen, Dte feine nimtid)ffgefübrten stbaten t>oraeUen, in einen cypres- fenen Sarg gelegt. Dieser wird wieder in einen bleiernen gesezt, und an Dem Orte, Den sich der Pabst noch bey seinem Leben erwehlt hat, begra­ben. Hier wird mm ein prächtiges Todten Gerüste aufgenchtet. den ?ten Tag dauren noch die Exequien, und endlich werden sie nut einer Lobrede auf den Verstorbenen beschlossen.

Die Cardinale halten warend dieser Zeck viele Versammlungen'. Sie bestellen das Skadtregiment, ordnen das Conciave an, erwehlen denAuf# sther, und Bedienten desselbigen: unD geben noch allen fremden MiMsra und Gesandten Audienz. Diese muffen bey ihrem Eintritt in den Saal, ihre z gewöhnliche Verbeugungen machen, wie vorher uuch« Denn, fa# 3 * gea