Ausgabe 
28.2.1769
 
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Gresilsche wocheMkch/tzem^rm:rtzige Anzergett

Er berührt etlichemahl mit einens goldenen Hammer die Schläfe des Tod- ten: er ruft ihn dreymahl bey feinem Taufnamen; fragt ob, wann, und wie er gestorben sey: und last von den bey sich führenden Protonotarien em ge­naues Verzeichniß seines Todes aufsezzen. Der päbstliche Secretarius Singt ihm sodann den Siegelring des Pabstes, oder den sM'nanterr Fi- erring Petrr, * den läsi er zerbrechen^ und der Ceremonienmerster darf die Stükke davon für sich aufsammlen. Nun nimmt er in Nahmen der aposto­lischen Lämmer förmlichen Besiz von dem päbstlichen Pallast. So bald dieses geschehen, müssen sich alle entfernen, die dem verstorbenen angehören. Die noch vorhandene Äerkassenfthast wird genau ausgeschrieben, die Thore werden besezt, und die Wachen der Stadt an allen -Orten verstärkt. Ist der päbstliche Pällast genugsam gesichert, so werden auf Befehl des Ca- merlengo die nöthigen Anstalten zum Leichenbegängnis vorgekehrt. Der Leichnam wird balsamirr, päbstlich gekleidet, und dann wird auf dem Ca- vitolio die groftGlokke gelautet, welches,weil sie sonst nicht gerührt wird, ein gewisses Zeichen ist, daß der heilige Vater todt sey. Dieses Läuten, und der Zug vrSCamettmgo. aus dem Paöafie gehen zu glerch an. Er-fart in dem prächtigsten Wagen. Die Leibgarde und Schweizer begleiten ihn durch die Stadt: wo er Oie Kote;/ ** und alle öffentliche Gerichtshöfe schliess, MhO eine Münze -ragen last mit dem Bildnisse des Pabstcs , mit den Schlüsseln Petri,, in Form eines burgundischen Creuzes, und der da­zwischen gesezten Kirchen » Standarte: mir der Ueberschrift: Sede vacante. Die andre Seite hat insgemein einen Sinn oder Denkspruch: z. B. Non vos relinquam orphanos. Die Bürger, die nun den Tod des PabsteS als bekannt annehmen , erbrechen alle Gefängnisse, und sezzen die Ge. ftngnen in Freyheit. Es ist dießeine alte Gewonheit, die noch den Schein derjenigen Macht anzeigt, die sich ehedem die Erhalter des römischen Volks anmasten: man sucht deswegen auch insgemein - wenn sich bey Päbsten die Zeichen eines nahen Toves einfinden, die Haupt-Verbrecher auf das Ca­ste! von St. Angelo, welches nach dem erfolgten Tode mit starker Wache versehen wird, in gute Verwarung zu bringen. Ob aber diesmal die so nörhige Vorsicht ist beobachtet .worden, oder hat können beobachtet werf den; ist fast, weil der Pabst fo unvermuthtt gestorbm.'ist, "Nicht wav- fcheinlrch.

Weil dieser Apostel auf demselbigen in einen Fischer Kahn abgebildt wird.

* * Dieses ist ein Gerichksort, und wird desswegen so genent, weil dessen Boden mit Marmor belegt ist, welcher die Figur eines Rades vorstelt.