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und Nachrichten.
Alles , was ihr thut, das thut ordentlich. Eine jede Sache muß ihn bestimmte Stunde haben, und nichts muß eure Ordnung verrükken. Wie ihr euch jezzo gewöhnet, so werdet ihr euer Lebenlang beschaffen f<V"‘ Es wird also für eine Sache von der größten Wichtigkeit seyn, daß ihr euch frühzeitig zu der Arbeit gewöhnet.
Wenn ihr also einige Auqenblikke übrig habt , welche ihr nicht der Gottseligkeit, oder dem Wohlstand, oder der Nolhwendigkeil schuldig send, so arbeitet mit euren Händen etwas gutes. Der Saran und Die Leidenschaften machen sich die Zeit zuNuzze, wo man müßig gehet, um «ine Seele zu bösen Gedanken zu verleiten, ihr das Laster mit den schönste» Farben vorzumahlen, und sie zu demselben zu reizen.
Beobachtet insonderheit, was eure herrschende Leidenschaft ist» suchet dieselbe zu überwinden, und ihr täglich etwas abzubrechen. Wenn jhr glauben werdet, daß ihr dieselbe völlig zerstöhret habt, so wird sie aleichsam wieder auS ihrer Aich- herfürkommen, wenn ihr mepnet, daß sie völlig ausgelöschet ist, so wird sie nur einigermassen g-damps-t ,cyn. «uweilen wird sie euch mit Gewalt, zuweilen aber mit List widerstehen, herrschet die Verläumdung bev euch, io redet wenig von andern » und bekümmert euch uiii eure eigene Fehler. Ist solches aber der Müßiggang, so machet euch selbst ein G-sez, daß ihr keinen Augenblik ohne B-schasti- aung bleiben wollet. Herrlchet der Ehrgeiz, so gedenket, daß ihr nur «in elender Erdenwurm ftyd, daß die Könige selbst vor Gott Nichts sind, und der Tod allen euren Unternehmungen und Gedanken ein Ende ma- ch n kann. Regt sich das sinnliche Vergnügen vorzüglich bei; euch, so betrachtet sorgfältig, daß es nur betrügerisch, voller Bitterkeit, und einem rhriüiirf^n ^rauemimmer gor nicht anständig ist, wenn es tue Granzen, Än« IMX »«»reibt, überschreitet. Versäumet alsdann feine Gelegenheit, die Sinnen zu tödten, und Hiebet alles > was densel- den schmäucheln will. Kurz: leidet es nicht, daß eure herrschende Lewen- schast, sie mag nun seyn, welche sie will, tief bey euch einwurzeln könne, und noch viel weniger zu einer Gewohnheit werde. Denn man stirbt end- ljru man gelebt hat. Jedermann ist davon überzeugt, aber ein jeder bmn°de V»°It sich, daß in Ansehung seiner Person eme Ausnah. me werd- gemacht werden. Man wendet diese Regel auf andere, niemals X? auf sichselbstan Die Verblendung gehet so weit, daß man eS beynahe für «in« gewisse und ausgemachte Sach« »"siedet, man werd«.


