Ausgabe 
27.6.1769
 
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*4* Giessische wöchentlich - gemeinnützig« Anzeigen

wenn man zuvor sein ganzes Leben hmdurch nicht an Gott gedacht bat, als­dann, wen« der Tod herbey kommt, noch Starke und Kraft qenua da. den, aus dem Abgrund der Laster, in welchem man fich ganz versenket hak, heraus zu gehen» das Joch, unter welchem man gelebet hak, m Die, len leiten Augeublikken abzuwersen, die Tugend, die man allezeit verachtet hat, zu lieben^ das Lafter dagegen, welches man bestaridig gelievek hat. zu Haffen, die Fesseln und Bande der bisher ganz irdisch und sstnchuch gesinnten Sele zu zerbrechen, sie zu erheben, sie nut heißen Verlanaen «ach geistlichen, und hiMnllischen.Gütern, und mir redlicher und beriliMer Liebe zu Gott zu erfüllen. Allein, möchten alle Diese bedenken, wie ici.wer «S ist sich in f» wenigen Augeublikken von so vielen bösen Gewobnkriken. und Mik einmal »on Den begangnen Sunden einer ganzen langen M ibevon Jahren zu befreien; und daß es noch schwerer ist, sich alsdann «rst Die ent. gegengefezken Fettigkeiten im Guten zu erwerben, der Eeiliamm nachmir. gen, und auf Dem Wege zur Gottseligkeit so weit zu kommen, daß man den Wechsel Der Zeit mit der Ewigkeit als fein höchstes Gluk ansi«ht.

Abschieds Lied an den Frühling. Soll denn dein Bük uns nicht mehr lächeln O Frühling, Schöpfer unsrer Lust?

Soll Venn hinfort in unsrer Brust Kein Zephyr mehr Entzükkung fächeln? Wie schön ist doch dein Angesicht, Ach holder Lenz entfliehe nicht.

Du prangst im Purpur junger Rosen, So reizend schön; und du entfliehst;

Da deine Pracht vollkommen ,st. Komm noch einmal und liebzukosen, Steh doch im flieh« auf uns zurük, 'Und schenk uns deinen lezten Blik.

Werd ich dich dann in Rosensträuchen, Nkcht mehr mit Zephyrn spielen sehn, So soll der« Bild doch vor mir stehn, Dre Phantasie soll mit mir schleichen;

Biß