und Nachrichten-
Liebe zu erkEn: es lchret uns seine Handlungen als eben soviele Muster unv Beyspiele unfers Verhaltens, feine Lehren , die unser Licht sind, wo, durch wrr den rechten Weg der Wahrheit und der Seligkeit von dem fal- schm Wege, der zum Verderben führet, unterlcherden können.
Leset diese Lehren fleißig, und lernet sie auswendig, damit sie euch bey -Gelegenheit eine Schutzmauer seyn mögen, welche ihr den Anfalles der Welt und des Fleisches 'entgegen sezzen könnet. : - .
Ihr habet nicht weniger'alle Tage Gelegenheit euch zu prüfen, ob ihr euren Nächsten so liebet, wie es Gott von euch verlanget. Helfet ihm , wenn er in Nöthen ist, tröstet ihn in seiner Betrübmß, ertraget seine Fehler mit sanstmüthigem Geiste, erweiset ihm die gebührende Ehre, versaget ihm diejenige Achtung und Gedult niemals, welche ihr feinem Verdienste, oder seiner Schwachheit schuldig seyd, und vermeidet über* Haupt alles, was ihm anstößig oder ärgerlich seyn kann. Aus Liebe zu ihm müssen wir nach der Vorschrift des heiligen Paulus auch allen bösen Schein meiden.
Ihr seyd aber auch verpflichtet auf euch selbst und auf alles, was ihr tbut, höchst anlmerksam zu seyn. Verstatttt euch niemals die geringste Trägheit, weder in der Ausübung der Tugend, noch in dem Wachstum eurer Erkennmiß und der Gaben, welche eurem Alter und Stande gemäß sind. Untersuchet und prüfet euch beständig selbst, aber ohne euch selbst zu schmäucheln und zu betrügen.
Befleißiget euch vorzüglich in der Selbsterkenntniß immer weiter zu kommen, aber verwechselt nicht das nöthige und wichtigere mit dem un- nöthlgen oder geringem, sondern sehet hauptsächlich auf dasjenige, waS eure Aufmerksamkeit am meisten verdienet. Wir haben einen Leib und eine Seele. Diese letztere aber, die Seele, ist es eigentlich, die den Leib regieret, die denket, die will und verlanget, welche die Wahrheit von den Lügen unterscheidet, welche uns in den Künsten und Wissenschaften anführet , welche uns des Vergangenen wieder erinnert, das Gegenwärtige geniesset und für das Zukünftige besorgt ist , sie ist es endlich , welche der Grund von allen unfern Handlungen ist. Sie ist es, was eigentlich wir selbst' sind ; eben daher aber müsset ihr euch mit derselben weit mehr beschäftigen , als mit eurem Leibe. Schmükket sie also mit schönen unchristlichen Wahrheit^, mit vottreflichen Einsichten aus, verbessert, ihre Schwachheiten und ihre böse Nemungen, unterstüzzet und befestiget sie durch gute BeWele, gewöhnet sie das Gute zu thun und das Böse zu
Cer fiiehm.


