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ändert, und di- Augen voll Wasser stch-n, wenn mir ein gwsmüthigeS Wort, eine heroilche Handlung oder großer Carakker, besonders von per« söhnen, deren B-yspiel oder Gewalt pon Nachdruck ifi, vorkommt. J® weine wenn ich Titus sagen höre: der Tag, an welchem erkenne Wolthat gethan, wäre ihm verlohren gegangen ; wenn Adrian seinem Feind sagt: er habe es blos seiner Erhebung zum Kaiserthum zu danken, daß er seinem Zorn entgange; oder Ludwig XII. er könne als König, das, was der Herzog von Orleans gelitten, nicht rächen. Und diese Proben seines Gefühls, wenn sie so aufrichtig, als offenherzig gebildet sind, rechtftttlgelr schon einigermaßen, daß übel gebildete Persohnen nicht von menschlichen Empfindungen und natürlich guten Trieben entblöst sind., t .
Daß ungestalte insgemein verwegen, kühn, und grob sind , kann nur von gemeinen und nicht von wohlerzogenen Leuten dieser Art angenommen werden. Sie werden verlacht, und suchen sich durch natürliche Waffen der Selbstverthevdigung zu rächen. Sie schimpfen wieder, wenn sie geschimpft werden. Ist dieses Unrecht; so ist es ein noch viel grösseres Unrecht, einem Menschen Leibesfehler vorzuwersen, die er nicht bessern kan. cnzer dieses thut, der verdient, daß ihm dagegen Fehler, die ei hatte vermeiden können, vorgerükt werden. Sokrates, dessen Bildung nicht vor- thciihaft war, wurde in Gegenwart seiner Schüler von einem fremden verspottet, und für den gottlosesten und ausschweifensten Menschen gehalten; er vertheidigte sich dagegen mit wenigen Worten. „ Ich wäre alles dieses gewesen, sagt er, wenn ich meine Seele nicht gebessert hatte. Iuve- nal sagt man muß den «Himmel bitten um eine gesunde Seele in einem gesunden Körper. Der ungestalte hat immer um eine gute Seele in einem elenden Körper zu bitten.
„ Es solte nicht seyn, aber insgemein ziehen unglückliche Gestalten (Sfoött und Germgachtung nach sich. Wasman alsdann nicht meiden kann, das muß man sich auch nicht kränken lassen. Wem dieses Looß zu gefallen ist, der muß den Spott alS ein Mann ertragen, als em Christ verge- ben, unD mit ven Augen eines Philosophen ansehen. Sein Triumph wir» vollkommen seyn , wenn er selbst am meisten über steh scherzet. Es haben dies manche gethan, und sie haben auch dadurch schon einige Beweise her Grüße ihrer «Seele gegeben Andre sind abee fürnehmlich dadurch an. aerrieben worden, sich solche Vollkommenheiten des Geistes zu erwerben, die ben Mangel der Vollkommenheit ihres Körpers ersetzen, unb haben xx 2 nach«


