174 Gr'efllsche w-chetttlicb-gcmcLnnützl'ge Dnzer'gen ficb ziehen, blos um deswillen schon lieben : so höre man ihre Gesinnungen, ihre Denkungsart, und durchforsche ihr Herz, vielleicht verachtet, und flieht man sie gerne. „ Viele sind besser, als sie scheinen, und viele scheinen besser als sie sind; dies trift auch hier ein.
Sollte das äusserliche ein Zeichen von dem innerlichen seyn , was würde daraus für diejenige folgen, die nicht einmal alle nöthige ^heiledeS Körpers erlangt haben, und wenn sienochdiefelbigenhaben, sobey einander aestellt sind, und sich in einem solchen Verhältniß gegen einander befinden, Daß man Mühe hat sie von einander zu unterscheiden? Solche ungestalte- tt Menschen würden alsdann volkommene Monstra seyn müssen. William Han, der nach seiner eigenen Beschreibung eine wunderliche Figur mutz aesvielt haben, der wenn er von det Erde etwas aufnehmen wolte, fast fnien muffe, der von sich selbst sagt; ich kann meinen Körper nicht weiter beugen, als er von der Natur gebogen ist. Ich bin nie der erste, welcher den einer Dame entfallener Fächer oder Handschuh aufhebt, und muß oft meine Begierde zu dergleichen Dienstleistungen verlaugnen, damit ich meine Spinnenfigur nicht zeige. Ich kann nicht wohl vom Stuhle aufstehen, denn ist er etwas niedrig, so kostet es mir Muhe, und der Mittelpunkt meiner Schwere ist so übel geleget worden , daß ich dabey oft in Gefahr stehe, rücklings zu fallen. Dinge, welche andre erreichen können, sind mir zu ferne; und was jene ohne Mühe thun, ist über meine Kräfte. einem Gedränge muß ich fürchten, unter die Fuße getreten, oder erdrückt zu werden: und mein Rücken dienet oft einer nahe stehenden lanaern Versöhn zum Lehnpult. Ich kann nichts mit sehen, weil ich genug zu thun habe, daß ich nur mit dem Leben davon komme. Dieser > William Hay verrheidigt gegen den Lord Bacon, daß die schlimmen Lei- Denschaften und Neigungen nicht immer eine Folge von einer ubelen lei* besacstatt sind, und auch nicht natürlicher weise als eine solche können an* eschen werden. Hebel gebildete Persohnen haben Menschenliebe und edle Emofindungen, dies beweist William Hav mit seinem eigenen Beyspkel.,, Ich weine sagt er, wenn ich Tugend und Unschuld im Elende sehe, wenn jä) einen Rechtschafnen hülflos und verlassen sehe, wenn ich ihn unter den arösten Beschimpfungen und Grausamkeiten unbewegt, oder alle Gewaltsamkeit bis zu den letzten Augenblicken seines Lebens mit einem Heldenmu- tde ertrage sehe; und ich glaube ich weine blos deswegen, weil es mich kränket, das Laster triumphiren, und die Tugend schmachten zu sehen. Die mich lesen hören, werden oft gewahr, daß meine Stimme sich ver- ändert,


