ae. Giesilsche gemeittttutzW Anzeigen
Ein schöner Geist bautsteylich seine Wissenschaft auf ganz anderen Gründen , als diejenigen sind, worauf die'Religion beruhet. Veyde können auch vor sich bestehen. Die Religion kan mit Vorzügen prangen, die nur ihr eigen sind. Dft Wissenschaft des schönen Geistes kan ihre Annehmlichkeiten. hgbey,»ob sie gleich von her Leh^e zur getrennt ist. «öaben Wir aber deswegen Ursache ihre Vereinigung für übttsuHlg, oder tvohigfo Kr schädlich zu halten. Elende VeMuthung! llnser Geiss wird gewiß Anst durch die VereiniMg mit einem Een Körper nichts verlieren;siin- Einsichten werden dadurch vielmehr verschönert, mch ausgebreiteter werden. Ein König verschön durch seinen Geist gros ist, wird Noch grösser in den Augen derer, die ihn LrtMch, wenn schon Züge der Majestät von seinem Körper auf sie hmstrahlen. Ein Stanislaus, das Wunder der Zeiten! Wer kennt und bewundert ftinen so oft gepriesenen erhabenen Geist nicht? wer ihn aber siehst, der nennt ihn, ohne es zu wissen , den König. So wohl hat die gütige Natyr seinen Körper gebildet. Solte es Venn also zu tadeln styn, und'stlke'mrrnUns nicht beypstichtess/ wenn wir behaupten, daß ze starker em schöner Geist die Macht der Reltgion empfinden ^desto siarker-wirv er auch in seiner Wissenschaft werden; desto Klükstcher-ihreAb- sM erreichen können; und je mehr er sich durch einen reinen Geschmak in din schönen Wissenschaften gebildet hak; desto fähiger wird er seyn, das Schöne, vas Cl habens / und Vas Heilige m der Religion zu empfinden r Mo geschikter sie hey andernverehrungswmdig zu machen. Die. Natur ver schönen Wissenschaften, Vie Vchspiele ihrer Verehrer, die Geschichte -tt Religion und des Geschmaks, alles rechtfertigt diesen Ausspruch.
Was man überhaupt zu den schönen Wissenschaften rechnet, wird Nftnand von uns erst lernen wollen. Wir begreiffen eigentlich nur die ^oesievnd Redekunst vanmter. Ueber vie Frage, worin bas Wesen dersel- vigen bestehe, wird noch immer gestritten. Und man lasse die Heldcndie- str Wissenschaften streiten. Wir mögen einem Bntteux folgen und die Nachahmung der Natur, oder mitanvmrden sinnlichen AusdruköerVolls xsmmenheit dafür erkennen, unser Beweiß ist allemal darin gegründet: und Mer Gedanke wird, allemal dadurch befestigt. Wer . ist im Stande Vie wnW/ durch die uns die NakurWeuet, nachzuahmen? Wer null Volkommenheitett sinnlich ausvrukken oW sich siinenWeg enstaüd deutlich Kl gedenken, ohne sich denselben lebhaft vorzüss'llen? Von denselbigenvöl- W emgensmmm werden^ und dann erst, wenn der Dichter von den Em- Mvungen seines Herzens, als von einer Gottheit begrisktt, Msilngt zu sin-
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