Ausgabe 
24.1.1769
 
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und NachrichtM »7

gen, dann erst kan ihm ein göttliches Lied gelingen. Dann wttden dem Redner die Gemüther seiner Zuhörer willig folgen, dahin, wohin er st« haben will, folgen; wenn erst in seinem eigenen Busen das Feuer lodert, das er durch seine Rede in andern anzünden will. Je deutlicher daher un# sre Vorstellungen von Dem Schönen, je lebhafter unsre Empfindungen sind- desto vorzüglicher werden unsre Werke seyn, desto ähnlicher wird der Ab, druk dem Urbilde werden, desto mehr verschönernde Züge/ die ihrDaseyrr der Begeisterung zu danke« haben, werden an ihnen hervorglänzen. Dey Euthusiasmus des Dichters, und das feurige des Redners kennen unsr- ! k heutigen Geister. Das erhabne ist ihnen keine Chimaire.

Das Feld, in welcher sich ein schöner Geist wagen kan, ist unabseh­bar. Die ganze Natur steht ihm offen, und er darf sich bis zu ihrem Beherrscher empor schwingen. Hat die Religion noch keinen Sieg übe- sein Herz gewonnen; so wird er die vortheilhaftesten Gesichtspunkte, aut welchen er die grösten Vollkommenheiten aufsuchen könnte, unbemerkt las­sen, und viele Gegenstände die andre rntzükken, werden ihn wenig, oder wohl gar nicht einmal rühren. Last aber eben denselbigen von der Religio- geleitet, die Werke der Natur durchwandern; last seine Aufmerksamkeit ir­gendwo stehen bleiben; welch eine bewundernswürdige Mannigfaltigkeit der Ordnung und Vollkommenheit wird er alsdann wabruehmen! Die ge, \ v naue Uebereinstimrnung aller Theile des Ganzen! DieGröffe ihres Schö- -l pfers der sich darin abbüdet! Die Absicht, warum alles so Da istt Die Verhältnisse, vie rmS gegen DaS andre hat! Ihre Harmonie zurBewür- kung eines gemeinschaftlichen herrlichen Zwekkes! Dieses und Millione- Vorzüge denkt dann sein« Seele. Der kleinste Gegenstand ist nun verwögen- sein Herz in lebhafte Bewegung zu sezzen. Der niedere Strauch im TlM sowohl, als die erhabene Ceder; die glänzende Lilie, und die unansehnli­che kleine Bl ume des Feldes. Alles gibt seinen nachforschenden Gedanke- die fürtrefiichste Nahrung*.

Nicht die blosse Erkentniß der Vollkommenheit, nicht der bloffeAn- blik des Schönen rührt allezeit das Herz. Man muß es in einer gewissen Bezieh hung auf sich selbsten gedenken. Wenigstens müssen wir als Wandrer da wo unser Fuß ruhet, und bey dem, worauf sich unser Blik richtet, alle- mahl den Gedanken in uns erzeugen, daß es uns vortheilhaft sepn könne. Was wird diesen Gedanken aber mehr beleben, ihm eis gröseres Gewicht geben, und eine stärkere Gewalt verschaffen können, als eben die Religl- on, der wir gehuldigt? Sehen wir unftrn Äortheil nicht Mnal m der

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