Ausgabe 
23.5.1769
 
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und Nachrichten. w

hebliche Kleinigkeiten wendm. welchen er nur den Hauptsachen Vorbehalten sollte. Und weil eben diese Nebendinge meistens «weitläufige und spizfindi- ' ge Untersuchungen erfordern, da im Gegencheil die wichtige Wahrheiten der Weltweisheit, an deren Kentniß dem ganzen menschlichen Geschlecht gelegen seyn muß, gemeiniglich von selbst den Verstand zum Beyfall zwin­gen, und ohne tiefsinnige und künstliche Beweise gleichsam gefühlt werden so ist eS nicht unbegreiflich, warum viele Leute einen unüberwindlichen Ab­scheu gegen diese herrliche Wissenschaft, die man mit Recht ein schazdareS Geschenk des Himmels nennen kann, bezeugen , und warum sie alles vor unnüue Splzfindigkeiten und pedantische Grubeleyen anschen, und unter dem Schwarm derselbigen, die fast in allen Wissenschaften unentbehrliche Grundlehrm, als welche die WeltweislM enthalt, nicht gewahr werden, oder verkennen. '

Es giebt Leute die auch in Kleinigkeiten und Nebensachen nicht un­wissend seyn dürften, und alles geprüft und durchdacht haben müssen , was man zu einer Wissenschaft gezogen hat, so unerheblich und schwer solche- auch dem ersten Ansehen nach seyn möchte. Das sind dmemge, welche sich die WeWeishtit-u ihrem einzigen oder doch vornehmsten Geschäfte er­sehen haben. Aber d5r gröste Theil der Studirenden bedient sichverWelt- weisheit nur als einer Hülfswiffenschast, und kann Mieden seyn, wenn er weiß, wie weit die sich selbst gelaßne Vernunft in wichtigen Fällen gd- den und wie man auf die erlernte Gründe hernach in andern Wissenschaft ten weiter bauen könne. '. Sie haben noch eine Menge von andern Arbeiten die einen ähnlichen Fleiß erfordern. Wenn wollen sie fertig werden, tvetin sie ein einziges Stük der Gelehrsamkeit mit einem solchen Emst treiben woll­ten , als wenn sie gesonnen wären r wieder darinnen Lehrer abzu- geben?

Und überhaupt lehrt un- die Weltweisheit, so ju rede», nut ge­wiss- AnfangsgtüNde, Man muß sie wissen, wen» man von unzehlichen Sachen die ost von der grösten Wichtigkeit sind, ohne Vorurkheile und mit einer gewissen Richtigkeit urtheile», und andre Wahrheiten genau und gründlich fassen will. Abet wenn man sie weiß, so weiß man noch Nicht diel. So wenig ein Mensch der gut rechnen kann, eben darum schon ein großer MathematicuS öder «in Mann von ganz besonder» Cmsichten und Verdiensten ist, eben so wenig ist derjenige der weiter nichts als die Welt, Weisheit erlernt hat, schon «in Gelehrter. Ei» Studirender muß manche «ndre Kenrniff« d«mit verbinden und hinzuMn: und fo semst mSv«