m Giefflsche wöchentlich-gemernnütztze Anzetzerr
ley Reihe, und nehmen wohl gar zuweilen jenen den Rang. Würde man diese Dinge, wenn man sie ja anbrivgen wollte, in die Anmerkungen verweisen, so würde man der Wahrheit keine geringe Dienste thun. Jedermann würde sogleich auf den ersten Blik einsehen, was ausgemacht, und was noch manchem Zweifel, der oft wschtOr ist, als viele, glauben, unterworfen ist. Man würde aufrichtiger zu Werk gehn ,. undm^rNuz- zen schaffen , wenn man seine Unwissenheit gestehen ,J urP Mre Mrunde lieber wahrscheinlich und glaublich nennen wollte, als daß man alles auf Vas genaueste und unumstößlich erweisen will - da doch der menschliche Ver- stand entweder gar nicht sy hoch steigen kann , oder welstgstcns die gröste Geister alter und neuerer Zeiten eS nicht so wert Hatzen bringen können. Aber nach der herrschenden Mode wird ein jeder halberwiesner Saz, eine jede Hypothese mit in die ungezweifelte Gmndsazze der. allgememen Menschen Vernunft eingeflochten, und in ein ganzes verbunden , und oft unleugbare Wahrheiten, die ihre guten Gründe anderstwoher haben, aufder- gkeichen seichte Säzze gedauet. WaS' folgt hieraus? Leute die nach der Hand mehr lesen und nachdenken , und folglich das wankende und unrichtige des zuerst gelernten Systems ein sehen lernen, fangen wohl gar an, wenn sie nicht besonders vorsichtig sind, an allem zu zweifien , und das ganze ^Gebäude vor ein bloßes Fiikwerk zu halten, das ganz und gar unbrauchbar sey, weil würklich hin und wieder einzelne Thei'.e angcflikt sind. Es wäre unmöglich, daß es so viel Leute, geben könnte, die an den hondgress- lichsten Wahrheiten zweiflen könnten, wenn sie-gleich anfänglich mit den wesentlichen und wichtigen Säzzen der Philosophie hinlänglich bekannt gemacht worden wären, und man ihnen den Unterschied derselben von den eignen und noch nicht erwiesnen Einfällen grosser Männer klar und deutlich gezeigt, und kurz , wenn, man mehr Misrrauen gegen große Geister die demohngeachtet Menschen geblieben sind gehabt, und lieber apf eine cklecti- * sche Art selbst gedacht hätte, als- ihnen, wofür sie. uns doch selbst gewarnt haben, sectirisch und sclavisch nachgefolgt wäre.
Eben diesen Geschmak, eben diesen Geist der Unterscheidung sollte man auch in Absicht auf den Werth der Lehren selbst beweisen. ES ist nicht alles von gleicher Wichtigkeit, und manches, ist ganz und gar entbehrlich. Wenn man aber alles durch einander mischt,'-und in einer Ordnung aüf- steüt, so muß der junge Liebhaber dieser Wissenschaft , dessen «MWa noch nicht reif genug sind, uochwrndig tzor einen jeden Saz eine gleiche ^Hochachtung bekommen, und er wird daher ost eben den Fleiß auf unerhebliche


