Ausgabe 
21.2.1769
 
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so nachtheilig für fte, a!S wenn er vmch lauter Drohungen Schelten und Strafen sie vom Bösen abzuhasten sich dufierft angelegen fepn laßt. Gros­se Gesellschaften, ganze Republiken werden durch blinde Güte, oder durch die Wuht der Tyrannen zerstört, und diesen kleinen geht es nicht besser. Die Kinder, die durch lauter schmeichelnde Lokkungen erzogen sind, dienen der Wollust: und diejenigen die sich beständig an die schrckhaftm Drohun­gen erinnern, quälet die ängstlichste Furcht. 'Last sie auf das grose Welt- Meer kommen, so sind sie einem Schiffe mit ausgespannten Segeln gleich, das seine Ruder, und Anker verlohren hat. Es wird von jedem Winde umher getrieben, und die Segel dienen blos Dazu seinen schleunigen Untergang zu befördern Eine Selee, so gewöhnt, wie die ihrige einem jeden äusserliche« Eindruk nach zu geben,'wird schon durch die geringste Reizung hingerissen. Wollen sie etwas ruhmwürdigeS unternehmen; so magnur ein einziger nicht gleich bemerkter Umstand hinzu kommen. Er schrei sie schon ab. Dir kleinste Furcht bewegt sie zu allem, und eben Dieselbigemacht sie auch zu al­lem untüchtig. Was helfen hier Einsichten, wird man dochbey Der Erzie­hung nicht angeführt ihnen zu folgen. Man handelte stets so, oder müste vielmehr so handeln, wie andre es wolten : und nie, wie man es selbsten ge­dacht, oder für sich nur einmal als gut Dachte. > .: t '

Will man also Kinder Durch Die Sinne lenken; so suche man ihnen fürnehmlich begreiflich zu machen, Daß man nichts von ihnen verlange, als was zu ihrem wahren Besten gereiche. Und um eS dahin zu bringen, so muß man niemals von ihnen etwas verlangen, ohne Die Ursachen anzu- führen, welche uns die Vernunft hiezu anbieret. Diese Ursachen, um mit Kindern als Kindern zu verfahren, kleidet man sinnlich, und ihrer Faßlich­keit gemas ein. Dazu dienen liebreiche Worte, sanfte Minen, sinnreiche Fabeln, wohlgewählte kurze Sinnbilder. Man muß sich auch bißweilen nach den sich bald aeuffernden Neigungen Der Kinder bequemen» Man muß ihnen nicht immer zuwider handeln. Ein Kind, wann es etwa- thun will , oder gethan hat, muß nur immer gestagt werden, warum es das thun will, oder warum es das gethan habe. Sv lernÄ es früh einst- / hen, daß es nichts ohne Ursache thun müsse. Cs lernt, was ihm gut ist. Wir lehren ihn sein bestes kennen , und es wird überführt, Daß wir es mit ihm gut meinem Es liebt uns , und seine Liebe, die wir uns auf die Weite erwerben, ist so gegründet -daß oft dir Mürliche Durch sie rrss belebt, oft über auch reichlich ersezr wird.

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