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r-^.-Dke ersten natürlichen Triebe der Kinder sind Nachahmung und Neugierde. Sie - auffern sich bald. Wir müssen sie kennen, und dieselbi- sen recht kennen ist KlugheitFolgt doch ein jeder seinen Trieben. Sind diese Enahl auf wahre Güter gelenkt, wie leicht sind sie zu erhalten. Unsre Wolfahrt kostet uns sodann nicht mehr. Mühe, als einem andern sein Verderben. Ja diese Triebe erleichtern uns die. Erziehung, nnd nur durch sie geht sie glüklich von statten. Aber man findet selten, daß Aeltern, oder diejenigen, welche mit Kindern umgehen, diese ihre natürliche Triebe recht kennen. Daher kommt es denn auch, daß sie insgemein in die Fehler verfallen, daß sie entweder nicht genau acht geben auf alles., was sie sagen, und chun; .--oder daß sie manchmal durch übertriebene, lange, gezwungene, mmernünfttge,!U.ydoft wldersprechende'Unterredungendem noch kurzsichtigen-Verstände diehöchsteGewaltanrhun. Anstatt dleDenkungs- krSft in den noch zarten Seelen erst zu erwekken und zu beleben, suchen sie dieselbige vollends .zu unterdrükken. Diejenigen die es nun hierin nicht versehen wollen, die-müssen ihre Kinder von Dem ersten Augenblikke ihrer Geburt, und besonders von dem Zeitpunkte an, Da der Verstand aufzu- keimen anfangt-, memals aus ihrem Gesichte lassen. müssen auf sich selbst,
rmd auf alles genau acht geben, was sie in Gegenwart ihrer Kinder reden, und.verrichten. Sie müssen ihnen nicht erlauben mit Bedienten, undLeu- ten umzugehen, deren Beyspiel und unbedachtsame Reden ihre Sitten verderben, oder von nachtheiligen Eindrükkcn auf ihre noch zarte Gemü- Lher seyn tönten. Sie lassen ihnen dagegen in ihrem beständigen liebreichen Umgänge Arbeitsamkeit, Fleiß, Versöhnlichkeit, Menschenliebe, Großmuht, Mitleiden, Demuht, Zufriedenheit, und andere reizende Tugenden sehen. Sie zeigen ihnen Ehrfurcht für GOtt, und Religion ohne Aberglauben. Sie halten sie bisweilen selbst dazu an, doch ohne Zwang, dann haben sie das Vergnügen zu sehen,. wie.sie ihnen sm-willig Nacheilen, wie sie sich selbst sporn em So kan der erste Grundtrieb, die Begierde nachzuahrmn, ein vorzügliches Wttel werden zur Bildung eines edlen Herzens in der Jvgend.
r,.; Und die Neugierd-, o.diefen gleich edlen,, und gleichsam nach Wahrheiten recht hungrigen Trieb jugendlicher Sselcn suche man doch ja nicht Durch unweist Erzahkungenvon ehemahls. selbst begangnen Tborheiten, Fehltritten, und solchen vermeinten grosm Thaten zu unterhalten, deren wir uns billig als vernünftige Menschen schon schämen wüsten. - Man betäube auch dm sich reimden Verstand nicht Ynrch angestrengtes Nachdenken i;g: : e solche»


