Ausgabe 
21.2.1769
 
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-4 Gressrsche wöchettslich^W^ttttürztZc Anzeigen liche, und Privat-Schuten eingerÄtet. Nach derselbigen beurtheilt man die Fähigkeit der Lehrer. Und wie froh ist mancher Vater darüber, wenn er seinen Sohn zu einem oder dem andern entweder von ihm selbst erwehl- ten, oder ihm vorgeschriebenen Geschäft geschikt sieht. Ja' dahin verei- vigen sich zulezt die Wünsche der Aeftern', und sie sehen es aj^diz Be­stimmung ihrer Kinder, als ihr einziges Glsik an. Was würkt aber diese Geschiklichkeit? sie sey noch so groß, wenn sie nicht von der Gottesfurcht, und der wahren Tugend regiert wird, so ist sie gefährlich; und um so viel gefährlicher, je gröser sie ist. @ie ist das Schwerdt in den Händen eines Rasenden. Sie dient zum Untergang und zum Verdekben der menschli­chen Gesellschaft ; da sie mit derftlbrgen vereinigt das beste Mittel seynkön- te sie zu erhalten, und mannigfaltiges Gutes allenthalben zu ihrem besten zu verbreiten. Es wird nicht nöthig seyn, daß wir dieses umständlich be­weisen. Die Erfahrung redet für uns. Gewis Leute, die mit den grösten Talenten versehen sind, verdienten so wohl unsre, als die Hochachtung der Welt. Wir verabscheuen sie aber, und es verachtet sie ein jeder, da sie sich mit denselbigen von der schlimsten Seite zu zeigen gewohnt sind. Ist dieses richtig; so schliessen wir mit Recht, daß die Absicht der Erziehung, wenn sie vernünftig seyn soll, nicht einseitig seyn dürfe. Diejenigen, die Kinder zu ihrem eignen, und zum Wohl andrer erziehn wollen, müssen, wenn sie keine Hauptfehler begehn wollen, fürnchmlich dahin bedacht seyn, daß sie dieselbigen mit Tugend und Religion ausrüsten , und sie dabry zu solchen Geschiklichkeiten anführen, wodurch sie sich warhaftig glüklich ma­chen, und zugleich dem Staate in einer bestimmten -Ordnung dienlich seyn können. ...

Der Anfang der Erziehung kan bey Kmdern mcht anders gemacht werden, als man muß sie in den ersten Jahren durch die Sinne lenken. Vernünftige Vorstellungen kan man bey ihnen sowenig, als bey denThie- ren gebrauchen. Der Unterscheid zwischen beyden ist da noch so groß nicht. Ein Saz, den wir nicht läugnen. Der aber, wenn er übel ver­sanden, und unrecht angewandt wird, ganz unausbleiblich schlimme Fol­gen nychzieht. Und gewiß man würde ihnen bey Zeiten vorbeugen, wenn man bedächte', daß das Lenken durch die Sinne gar oft schädlich seyn kön­ne; es aber auf die rechte Art thrm, jederzeit gut siy. Wer seine Kinder so durch die Sinne lenkt, daß er sie allemahl erst , wenn sie dos gute thun sollen, mit Bitten, Geschenken, und Verheissungen ge- wehnt, sie dadurch bewegt und emzunehmen bemüht ist, der handelt eben