Achtes Stück.
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Dienstags den r iren Februar. 17^.
Mit Hochfürstl. Hessen Darmstadtrscher gnädigsten Erlaubnis.
Von einigen zu verbessernden gemeinen Fehlern/ die Uy der (Er/ Ziehung der Linder begangen werden.
ist eine Hauptregel, die Vernunft und Klugheit gebieten; nie et- was ohne Absicht zu thun, und ehe man etwas unrernimt, sich crß genau um die wahre Absicht dessen, was man unternehmen will, zu bekümmern. Wenn wir aber das wichtige Geschäft der Kinder- zucht ansehen, wie oft wird es ohne alle Absicht unternommen, und wen« auch noch einige babey eine Absicht festsezzen; so kan man doch von de« mehresten sagen , daß sie die eigentliche, und rechte verkennen.
Die gar keine Absicht bet) der Erziehung ihrer Kinder festsezzen: sind diese wohl zu bebauten, wenn sie sich über ihr Unglük beklagen, ungerah- tene Kinder zu sehen? Eben so wenig sind es aber auch diejenigen, die sich nicht um die wahre und rechte Absicht bekümmern. Sie glauben insgemein , der Zwek der Erziehung sey bloß die-Geschiklichkeit dem menschliche« Geschlechte in einer gewissen Ordnung zu dienen. Vornehme und geringe sind oft hierin unter sich einig. Nach dieser Absicht werden fast alle öffent-
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