Ausgabe 
20.6.1769
 
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mrd < Nachrichten.

mit eurer Erziehung beschäftigen, von euch fordern, immer starker zu wer­den und zu wachsen. ' v

Danket Gott dafür, wenn ihr findet, daß ihr etwas gutes gethan habet, und gebet ihm alleine dafür die Edie. .Bittet ihn, wenn ihr mer­ket, daß ihr Fehler begangen, daß er euchdieselbigen verzeihen wolle, und untersuchet, was euch dazu Gelegenheit gegeben, damit rhr sie künftig ver­meiden möget. . .

Wenn ihr gewahr werdet, daß eine von euren Bekannten und Ge­spielinnen euch von eurer Schuldigkeit abzuhaiten suchet, indem sie euch gar zu öftere Gelegenheiten zu Vergnügungen und zu Zerstreuungen ver­schaffet, so versprechet dem Herrn, daß ihr sie so selten, als es möglich ist, besuchen, und ihre Gesellschaft so oft vermeiden wollet, als es der Wohlstand euch erlauben will. ,, . >

Wenn ihr nun euer Gebet mit aller erforderlichen Andacht vemchtek habet, so leget euch zur Ruhe nieder, und unterhaltet, bis ihr eingeschla­gen seyd, immer einige gute Gedanken, zum Beyspie!, von der großen Aehnlichkeit, welche der Schlaf mit dem Tode hat, von diesem Ziele, wel­chem das ganze menschliche Geschlecht beständig entgegen laust, und wie wenig man also Ursache habe, sein Herz an die verschiedenen Dinge zu bangen, welche man wahrend dieses schnellen LauAaMnft, der nochschnel- ker ist als der Lauf eines Schiffes, welches die Winde durch ihr stürmi­sches Blasen beynahe fliegen machen. Indem wir diesem unvermeidlichen Ziel imitier naher gebracht werden, so verlieren wir alle Augenblicke unsre Güter, welche zerstreuet werden, unsere Freunde, welche uns bald aus Noch, bald "aus Leichtsinnigkeit verlassen, unsere lieben Aeltern, die in das Grab hinunter steigen, unsere Vergnügungen, welche wie Rauch ver­fliegen, und uns selbst, da wir bey jedem Schritte unsere Hinfälligkeit und unsern Abfall merken, aus dem Gesichte. .

, Was du thust, so bedenke das Ende, so wirst du nimmermehr Uebels thun. Von Herzen, sagt der Prophet Asaias, ** begehre jch nein des Nachts, dazu mit meinem Geiste m mir, wache ich stutze " Wenn euch jemand sagen wollte, ihr seyd noch zu jung, an so ernst­liche Sachen zu gedenken, so fraget ihn, ob ihr auch zu jung seyd , zu sterben: und wenn man euch kein Alter zeigen kann, das frey und sicher vor dem Tode ist, so muß man euch auch eingestehe», daß es zu jeder Zeit

Bdr vr

Sir. 7,40. ** Jef. 26,-.