Ausgabe 
20.6.1769
 
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und.Waunm muffen, daß Li- schnelle und MVL, TWsMs. nicht Mu. figer HNker uns angetroffen werden. ' y

So wie ihr dber keinen Augenblik vor dem Tode sicher ftyd , eben so könnet ihr noch weniger auf eure GefunDheidWzzcn. Wenn ihr euch' aber weder auf das eine, noch auf Das andere verlassen könnet, so würde tiefes unstreitig ein großer Irtthum seyn, wenn ihr ein Vcrkrauen auf eu­re Schönheit zu fetzen gwächtek-. Denn-diese ist noch zerbrechlicher und hinfälliger als das Leben und die Gesundheit. -Kaum Met sie sich fo ist sie schon rvieder verschwunden und ihrr Mizungen ßnd vertofchen , st- hat noch weniM Bestand als die Oberfläche des Meeres. Liegt aber die Tugend dabey zum Grunde/ so wird auch alsdann, wenn die Schönheit vergangen ist/ das Andenken,des Gebrauchs/ den ihr davon gewachst hg^ bet, euch noch Ruhm und Ehr^dringen, -

. Den ganzenTag hmdmch wWk ihr nichts wichtiges thun, ohne zuvor eu­er Herz zu Gott zu erhebe»/ um ihm dasjenige aufzuovlern, was ihr rbun wol­let. Sprechet zu ihm/ wie der heilige-Paulus bey seiner Bekehrung: Herr/ * rvas willst du / daß ich thun soll? Betet auf solche Weife mit Einfältigkeit eures Herzens und mit einem demüthjgen Vorsaz, feiner Stimme zu gehorchen h so wird er nicht ermangeln, euch von seinem Wil­len zu belehren. Seyd aber redlich und getreu,, wenn ihr wollet / daß er euch mit seinem himmlischen Lichte erleuchten solle. Ihr habet zu einem solchen Gebet nicht tmLgeit nöthig, es ist in einem Augenblicke verrichtet/ und ihr könnet unter dem größten Lärmen dieser Welt zu Gort beten. Wenn der heilige Paulus uns befielet, ** ohne Unterlaß zu beten, so schliesset er keine Zeit und keinen Ott aus, und will phnstreikig vonvie- se^Erhebung der SeM M Gott reden, zu welcher man nicht viel Zeit vöthig Kat.

Wtnn die Sonne unkergegangen ist, so gedenket daran, daß viele Personen seyn werden, für welche sie nicht mehr aufgehen wird , daß ihr nicht wisset, ob ihr mcht auch unter dieser Anzahl seyn werdet, und daß diese beständige Ungewißheit euch erwekken solle, euch beständig bereit m machen, daß ihr vor dem Herrn mit Freudigkeit erscheinen könnet.

So oft ihr einen Tag zurüks geleget habt, so überdenket aM «och einmal, was ihr an demselben gethan, und bemühet euch beständig .in der Liebe , in der Demuth, in der Bescheidenheit, in der Verläugnung «mes eigenen Willens und in allen den Sachen, welche diejenige, die sich n tztm itii ' ' mi<

* Ap. Gesch. 9,6z i i?<