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aber destomehr gesunden Menschen Verstand. Er nimmt die Wahrheit da an, wo er sie findet, und unbekümmert ob das Alterkhum oder Frank­reich oder England sie endeckk haben, bedient er sich ihrer' zu feiner Absicht. Er kennt die Schriften aller Nationen, die sich vorzüglich um dieWGn- schäften verdient grmacht haben, da die Ausländer selten mehr als die al­ten Sprachen verstehen, mit den Schätzen andrer Nationen nicht gehörig bekannt, oder zu stolz sind, davon Gebrauch zu machen: daher sie denn -st Sachen als neu oder wichtig auf die Bahn-bringen , die in Deutsch­land entweder längst bekannt, oder sogar wiederum vergehn sind, weil man ihren Ungrund hinlänglich gezeigt, und an ihrer Stelle schon etwas beffers aufzuweisen Ijat Eben diese Arbeitsamkeit, die man dem Deut­schen so oft zu einem Vorwurf ausgelegt hat, ist der Grund warum er in Hunde r? Fällen, ordentlicher, richtiger und gründlicher denkt, als siine wi­tzige und kühne Nachbaren, die alles allein aus sich selbst hervorbringen wollen. So groß der Fehler, andern Leuten ewig nachzudcnken, eben so Zar fehlerhaft ist es, immer vor sich selbst allein denken, und die Einsich­ten großer Manner ungenützt liegen zu lassen. Entfernt von dielen Vor- mtheilen prüft der Deutsche alleswas er anderstwo findet; ist cs gut, so benutzt er es dankbarlich, ohne die Quelle zu verkennen-,. daraus er ge­schöpft hat: ist es mangelhaft, so eraantzt er es durch Fleiß und Nach­denken und wir haben nicht wenig Werke aufzuweiftn , die auf fremde» Vodsn gepfiantzt, in Deutschland aber versetzt und durch fleißige War­tung und Pflege zu einer Reisse und Vollkommenheit gelangt sind, die sie in ihrem Vatterland nicht erreichen konnten. Ordnung und Gründlich­keit sind Tugenden, welche dem Deutschen vorzüglich eigen sind, und er spart keine Mühe dieselbige zu erhalten. Mehr au das Nachdenken ge-. wohnt, als der flüchtige Geist der Franzosen , oder die stoltze Selbstge­nügsamkeit der Engländer, sammlet er die Wahrheiten, die er einzeln er- ierdf W,- leichter in ein System: und da er dadurch ihre Gründe und ih­ren Zusammenhang mit andern Wahrheiten sichtbar macht, so verschaft er dadurch den Wissenschaften einen gedoppelten Vortheil. Einmal lehrt <r uns eiäe jede Sache an ihren mancherley Beziehungen und Verhältnissen kennen", so daß wir sie, so viel bey den eingeschränkten Kenntnissen des Menschen möglich ist, gantz übersehen. Dadurch erhalt er die Wahrheit, die nicht selten in Gefahr ist , vertohren zu werden, wenn man eine Sa­che nur stückweise betrachtet, nm auf einer Seite vorstellk, und die üdri- Wj ost von ganz alldem Beschaffenheit sind? Übersicht oder mit